Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 90)
- Language
- German
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65 [2] Und zum ersten, als das kind außgetzogen ward,1) da haben bei 6 oder 8 Juden das kind gehalten und Josuel Lesar hab dem kind mit einem zwenglen das heutlen vorn am zumpflen herfurtzogen und dem kind das gemächtlen2) abgeschnytten and das pluet in ein ubersilberte schuessel auffgefangen, und der Juden bei 6 oder 7 und er3) haben das kind mit nadeln gestochen, das das pluet heraußgangen ist, und er hab auch die schuessel darunder gehaben und dartzu mit einen zwenglen hab er dem kind zway stuck bei dem gemecht herauß getzert und hab auch ein stuck von dem gemacht des kindes herabe geschnytten und in die berurtten schuessel gethun, und dornach haben Symon von Worms und Straubinger die Juden das kind mit einem tuch, so es umb den hals hette, erstecket und sie haben dasselbig todt kind dieselbige nacht auff dem almeinor ligen lassen. [3] Und zu morgens hab man das kind in des vermelten des Straubingers hole in das gertleyn vor der synagog4) begraben [8] Item am montag nach tisch hat Josse! Jud gesagt, das David von Kitzing an in pracht hat, ein man werd zu im körnen und ein kind pringen, dem soll er 8 gülden dorumb geben, und hab dasselbig kind nit ein hör gehabt, and das sei gewesen vor der Juden ostern. Da hab er dasselbig kind dem berurten David geben, der hab es hinumb tragen in des Straubingers synagog. Der hab das kind auff den almemor gelegt, und das sei nw 8 jare, das sollichs gescheen sey. Und am ersten hab man dem kind das gemecht abgeschnyten, in ein ubersilbrete schussei das plut gefangen. Dabei ist gewesen Symon von Worms, Sayar Straubinger, Mendel Jud, Eberlen, Mosse, maister Jossel, Ysack Straubingers sune, Josuel und andre frembd Juden, der aller bei 12 ist gewesen. Und haben mit einen zwengel dem kind das hewtlen herfurgetzogen, und hab gethun Josuel Lesar, und haben das kind mit nadel ir bei 6 oder 7 gestochen, dan das plut heraußgangen ist. Und dornach hat man es mit einen tuch umb den hals ersteckt, des haben Symon und Straubinger gethun. Und man hab das kind in dem ho! im gartlen begraben und hab das plut behalten biß auff ir ostern, ג) C: Und zum ersten ward das Christenkind außgetzogen und ein tuch sam ein hantzwehel umb sein hals gepanden. 2) C: Das heutlen vor dem zumpflen. s) C: er Jössel. 4) C: in das umbgemawret gartlen vor derselben synagog. Jahrbuch der J. L.G. XXII. 5