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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 380

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 380)
Language
German
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m ganz gestochen ist, freilich wie Silberstein richtig bemerkt, reu einem mehr handwerkamässigen Stecher. Jedenfalls ist die Wiedergabe des seltenen Stackes äusserst gelangen und die Einleitung Silbersteins ein wertvoller Beitrag zar Geschichte der Megillaillustration. Es ist zu wünschen, dass auch andere hebräische Bilderhandschriften in gleich vornehmer Weise reproduziert werden. Lieben. In dem Jahrbuch XX der J. L. Gr., S. 74, ist ein wenig begreiflicher Fehler unterlaufen. Die Sätze זבות הוא לעבד שיוצא מתחת ידי רבו לחרות bezw. ..חוב הוא werden fälschlich übersetzt: ״Es ist ein Verdienst des Knechtes, wenn er die Freiheit erlangt“, bezw. ״Es ist die Pflicht des Knechtes, die Freiheit zu erlangen“. Tat״ sächlich bedeuten die Sätze: ״Es ist ein Vorteil (bezw. ein Nachteil) für den Knecht, wenn er aus der Hand seines Herrn zur Freiheit gelangt“. Vgl. Git. 12 b u. ö. — Also stehen diese Sätze in keinerlei Gegensatz zu der Auffassung R. Akibas von לעולם בהם תעבודו (Lev. 25, 46), dass es sich um ein Pflichtgebot (חובה) bandelt, den kanaanitischen Knecht zu behalten und nicht frei zu lassen, während R. Ismael in den Worten des Verses nur eine Erlaubnis (רשות) sieht, ihn zu behalten. (S. a. den Kommentar von Hoffmann z. St.) — Die Auffassung, die Git. 38b R. Jehuda im Namen Samuels ausspricht ,בל המשחרר עבדו עובר בעשה שב״ לעולם גו wird auch als Halacha rezipiert, (רמב״ם הלי עבדים ט׳יט ה״ו; ייד ס%" רסז ם* עיט) Während die meisten Kommentatoren den Ausdruck עובר בעשה wörtlich auffassen, will רץ z. St. es nicht als עשה גמור betrachten. — Wenn Vf. in dem von ihm gebrachten Krauss’schen Zitat die unser Empfinden sehr unangenehm berührenden Worte von dem ״in die Bibel hineingetragenen Gebot“ entsprechend der Auffassung von רץ sachlich nicht völlig zurückweisen wollte, so hätte er jedenfalls darauf aufmerksam machen müssen, dass die allgemeine Auffassung nicht so ist, sondern dass es sich naeh den meisten Kommentatoren und Dezisoren um ein mosaisches Gesetz handelt, wie es Vf. einige Sätze vorher selbst sagt.

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