Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 291)
- Language
- German
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285 steht. Ich schulde Ihrer britischen Majestät, welche Gott erhalten möge, weder Untertanenpflicht noch Treue, sondern nur guten Willen. Ich habe Mitteilung empfangen, mich fertig zu machen für eine Landreise oder über das Meer in eine Entfernung von 600 Meilen transportiert zu werden, um Krieg zu führen gegen Ihren Feind, andernfalls ich bestraft werde mit £ 50.— oder 6 Monaten Gefängnis. Da ich nicht geneigt bin, der verlangten Pflicht zu genügen, noch mich der Bestimmung geduldig zu unterwerfen und von keinem Gesetz Kenntnis habe, sei es national oder ein anderes, das verlangt, dass ein Fremder in einem fremden Land die Waffen gegen einen Feind führen muß, mit Ausnahme für sein eigenes Vaterland oder für die Erhaltung von Leben und Eigentum in seiner allernächsten Umgebung, ist mir geraten worden, mich an Sie zu wenden in der Hoffnung, dass Sie wirksam auftreten gegen die willkürliche Handlung, über welche ich Beschwerde führe, oder, wenn mißglückt, feierlichen Protest erhebe bei der ßegierung meines Landes. Ich habe die Ehre als Ihr gefügiger Diener L. Goldmann. “־ Nach Verlauf einiger Jahre liess er sich naturalisieren. Er stand erfolgreich im parlamentarischen Leben. Erwähnt sei noch die Existenz anderer deutscher Juden, welche bis zum Jahre 1850 weniger bedeutend in der Geschichte hervortraten46). Es waren Levi Heinemann, Max Eskeles, Schwiegersohn von Gabriel Kilian, geschäftlich tätig im Kap, und Hermann Oppenheim, auch geschäftlich tätig im Kap. Eine bedeutende Rolle im öffentlichen Leben spielte Maximilian Thalwitzer47). Ihm wurde am 13. August 1823 die Landüng erlaubt48). Er war ein aktiver Mitarbeiter in kommerzialen, sozialen und geistigen Angelegenheiten im Kap49). Thalwitzer war Kosul der Hanseatischen Städte im Kap, und augenscheinlich 48) Louis Herrman, ״A History of the Jews in South Africa“ p. 129. 47) In seiner Geschichte von ״The Jews in South Africa“ p. 140 bringt Louis Herrman, dass Thalwitzer eine Schenkung zur Errichtung einer Synagoge im Kap machte. 48) Cape Archives, CO. 1772 ״Erlaubnis zum Aufenthalt in der Kolonie von 1806-1838.“ 49) South African Commercial^Advertiser, 16. Juni 1849.