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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 334

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 334)
Language
German
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IRI
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261 im Kapland. Im Jahre 1846 wurde die Firma Aron und Elias de Pass gegründet. Die Brüder de Pass waren später die grössten Schiffseigentümer am Kap, finaneierten und trieben Fiscbhandel *), Robbenfang, Wallfischfang und befassten sich mit der Ausbeutung der Guano-Vogeldünger-Depots an der Küste von Namaqnaland und des früheren Deutsch Süd west Afrika. In jenen Tagen gab es in Kapstadt und in Simonstadt (bei Kapstadt) keine Trockendocks. Aus diesem Grunde führte die Firma de Pass, Spence & Co., unter welchem Namen sie damals bekannt war, grosse Patentschleusen ein, sodass hierdurch die Schiffe die meisten Vorzüge eines Trockendocks gemessen konnten. Zuckerplantagen in Natal waren im Besitze der Firma. Sie war auch der erste Eisfabrikant in Südafrika* 2). Einer der Gründer der Kapstädter jüdischen Gemeinde war Jonas Bergtheil, ein bayerischer Jude (vgl. unten). Um 1815 geboren, kam er im Jahre 1844 nach Südafrika und wurde ein Pionier in Natal, noch bevor die Englische Krone es übernahm. Er sah die grosse Zukunft des Landes voraus und kaufte deshalb weite Flächen zur Kolonisation. Vergeblich wandte er sich zuerst nach England mit der Bitte um Kolonisten. 1848 erhielt er letztere aus Deutschland. B. war ein treuer Jude und als solcher Mitglied der Nataler gesetzgebenden Versammlung für elf Jahre, zu einer Zeit als Juden ins englische Parlament als Mitglieder noch nicht zugelassen waren. Im Jahre 1866 wurde sein Plan für weitere europäische Einwanderung nach der Kronkolonie Natal im Druck veröffentlicht. Ungefähr um dieselbe Zeit verliess er Südafrika und wandte sich nach London, wo er später 82jäbrig starb3). Die Gemeinde in ihrer heutigen Gestalt versammelte sich zum erstenmale zum Gottesdienst am Kol Nidre-Abend des Jahres 5602 (1841) in dem Hause Hofstrasse, Ecke Weltevredenstrasse, das dem ף Vgl. hierzu Laidler a. a. 0. S. 163: ״Der Jude hatte den Verkauf der Fischfänge in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts monopolisiert.“ 2) Mendelssohn S. 194 f. s) A. a. 0. S. 190ff., Jewish Encyclopedia III S. 68. Nach letzerer war er in England geboren und sein Landbesitz betrug zu einer Zeit 300.000 Acres. Als er zur Parlamentswahl vorgeschlagen wurde, bemerkte jemand: Wir wollen keine Jaden, worauf B. stolz erwiderte: ich bin ein Jude und als Jude bitte ich um Eure Stimmen (Mendelssohn S. 191).

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