Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXi (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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VI Gesellfchaft und zu den Jahrbüchern, die ihn auch in den Tagen fdiwerer Krankheit die Feder nicht aus der Hand legen lieb. Es ist das Vermächtnis des rastlosen Arbeiters und fchöpferifchen Meisters im Reiche der jüdifchen Wissenschaft, aber nicht das letzte Vermächtnis. Auf dem Schreibtifche des heimgegangenen Lehrers waren die Mappen vollgefüllt mit Manuskripten, Korrekturen, Plänen und Korrespondenzen mit den Mitarbeitern, kurzum mit dem größten Teil des Materials auch für dieses zwanzigste Jahrbuch. Auch dieses Jahrbuch ist noch zum guten Teile sein Werk. Es geht als Denkmal der Liebe von dem Meister für den Meister hinaus und als Wegweiser für seine Freunde, die Sachwalter seines geistigen Erbes. Die Bahnen sind von ihm und dem Kreise seiner früheren Freunde und Miiarbeiter gezeigt. Wir werden mit gemeinfchaftlicher Kraft trachten, den ״alten Farben" treu zu bleiben. Jonas Bondi, 1862 in Mainz als Sohn von Markus und Enkel von Rabbi Schmul Bondi geboren, ein Schüler von Dr. Markus Lehmann, Dr. Esriel Hildesheimer und Dr. Salomon Breuer זצ״ל, war von Haus aus der Berufene, in einer Zeit, in der noch der Kulturkampf aus der Aufklärungsära des vorigen Jahrhunderts heftig nachzitterte, jüdifdie Wissenfchaft, strenge exakte Wissenfchaft, die den Namen jüdische Wissenfchaft verdient, — weil dem Primat der Thora unterstellt, — zu pflegen und zu lehren.. Mit jungen Jahren geistiger Führer seiner traditionsreichen Heimatgemeinde, fand er alle Voraussetzungen für seine Forfcherarbeit. Wissen und Abstammung gaben ihm das Ansehen und die Autorität, den vor fünfzig Jahren nicht gewöhnlichen Weg zu gehen und für Unzählige zu ebenen und zu bahnen. Eine angeborene und in jüdifcher Adelsfamilie anerzogene Menfchenfreundlichkeit und Weltgewandtheit führten ihm und den von ihm gehüteten Wissensquellen viele junge Herzen zu. Er war ihr Freund und ihr Lehrer. Für seine wissenfchaftliche Lehrarbeit stand ihm aber, wie gesagt, vornehm