Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 83)
- Language
- German
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47 8ass“1und ihm solche gleichfalls lieh. ״Ich trieb daher die Mathematik mit allem nur möglichen Eifer — Mit der Mathematik wurde Geographie, Zeichnen von Karten, Grundrissen und Fa^aden verbunden“. ־— Das Vorstehende hat uns mit der unterrichtlichen Erziehung eines Kindes einer sogenannten ״besseren“ Familie bekannt gemacht. Wie es im allgemeinen mit dem Unterrichte bestellt war, belehrt uns derselbe Bendavid in einem besonderen Aufsatze2 ״Über den Unterricht der Juden“, wo er sich auch über die Methodik des Unterrichts äussert: ״Das Kind kann kaum lallen, als ihm die Benennung der Teile des Körpers und einiger Hausgeräte auf Hebräisch oder in Ermangelung dessen auf Syrisch3 4 beigebracht wird, und das Kind, das in seinem zweiten Jahre zwanzig solcher Wörter weiss, macht den Eltern eben die Freude als das Christenkind, das in diesem Alter so viel lateinische oder französische Wörter hersagen kann. Nun werden ihm die hebräischen Buchstaben nicht in einer besonders dazu eingerichteten Fibel, sondern in dem ersten, dem besten Buche gezeigt, um sein Absondrungsvermögen sogleich zu schärfen. Das Kind soll sogleich Scharfsinn anwenden, um aus der Menge der vor ihm liegenden Buchstaben den herauszuheben, der verlangt wird. Hat das Kind einige Buchstaben kennen gelernt, so pflegt der Vater sich den Spass zu machen, ihm die flache Hand vorzuhalten und zu sagen: ״Zeig’ mir da den Buchstaben Alph.4a Das Kind, das anfänglich hier kein Alph findet, erblickt es doch, wiewohl unvollständig, in der Krammung, die der Vater seiner Hand gibt, und fängt so schon an, seinen freilich falschen Witz zu üben. Nun erst wird ein sogenanntes Alphabeth zur Hand genommen. Die Einrichtung desselben ist sehr bequem und zweckmässig. In acht untereinander parallel laufenden Zeilen stehen die Buchstaben des Alphabets von der Grösse der Tertia Versailles, und unter jeder Zeile läuft nur Ein Vocal für jeden Buchstaben fort, sodass 1 Vgl. ״Verzeichnis» der auserlesenen Büchersammlnng des seeligen Herrn Moses Mendelssohn, Berlin 1786“ (Neudruck Berlin 1926). 2 Als Vortrag am 18. Jan. 1800 gehalten und in Bendavids ״Aufsätze verschiedenen Inhalts“ (Berlin 1800), S. 117—138 abgedruckt. 8 Besser: Aramäisch. 4 So.