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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 65

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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29 dem durch ihn und seinen Sohn in der liberalsten Weise die Benützung der Bibliothek und ihrer Kataloge gestattet wurde, und der nur auf Grund von Oppenheims Bibliothek seine grosse Bibliotheca Hebraea die erste wissenschaftliche hebräische Bibliographie schreiben konnte. Das Geschick der Oppenheimschen Bibliothek ist so oft geschildert worden, dass es hier nur in grossen Zügen erzählt sek Nach David Oppenheims Tode kam sie an seinen Sohn Joseph, nach dessen Tode 1739 in den Besitz Isak Seligmann Kobens, eines Enkels Behrend Kohens, nach Hamburg; von hier kam sie nach Hildesheim, an die Witwe des Rabbiners Hirsch Oppenheim, eine Enkelin David Oppenheims; sie sollte verkauft werden. Jüdische und christliche Gelehrte mühten sich zuerst die reichen Berliner Juden, dann den Herzog von Württemberg zum Ankauf zu bewegen. Die Bibliothek stand wieder, in 28 Kisten verpackt, in Hamburg und war verpfändet (1786), 1826 erfolgte erst die Freigabe. Daniel Itzig wollte sie ankaufen, David Friedländer zu dem Zwecke eine Aktiengesellschaft gründen, aber es blieb beim Willen, die reichen Berliner Juden konnten die Summe von 6000 Talern nicht aufbringen, um die Bibliothek, die Moses Mendelssohn auf 50— 60000 Taler schätzte, die später auf 150000 Taler geschätzt wurde, zu erwerben. Fast scheint es, dass die damaligen reichen Juden Berlins, die sämtlich den Kreisen der Aufklärer angehörten, dieses glänzende, risikolose Geschäft ausschlugen, weil es zu jüdisch war. Und so konnte England die Bibliothek um 9000 Taler erwerben, wo sie heute den wertvollsten Teil der Bodleiana bildet, um den die ganze Knlturwelt Oxford beneidet. Und wie die Oppenheimsche Bibliothek die Grundlage für die erste wissenschaftliche hebräische Bibliographie gebildet hat, so bildet sie auch heute noch die Grundläge für die moderne hebräische Bibliographie, die der Altmeister dieser Wissenschaft Moritz Steinschneider in seinem Katalog der hebräischen Druckwerke in der Bodleiana geschaffen hat. Anhang. Ein Prozess David Oppenheims als Nassi des heiligen Landes. Der Prozess, von dem hier berichtet werden soll, ist in einer Druckschrift des Prozessgegners und später gehässigsten Feindes

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