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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 350

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 350)
Language
German
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307 Die Judengemeinden des Burgenlandes bildeten lange Zeit ein Refugium für die Wiener Gemeinde, da sie dieser räumlich am nächsten gelegen, vielen Wiener Juden, die den Anspruch auf ständiges Wohnrecht in Wien nicht durchsetzen konnten, zum Wohnort dienen mussten. Es liegt nabe, dass sie auch einen grossen Teil der religiösen Funktionäre für die Wiener Juden beistellten. Während im 17. und 18. Jahrhundert, die Finanzgenies aus Süddeutschland, die Wertheimer, Oppenheimer u. s. w. sich von der glanzvollen Residenz Wien angezogen fühlten, gingen die literarischen Grössen des Judentums aus Süddeutschland, aus Mähren und Polen in den Fußstapfen derer, die zum Teil ihre Mäzene waren, zwar ebenfalls nach Österreich; viele von diesen gingen aber nicht nach der für Juden nur schwer zugänglichen Kaiserstadt, sondern nach den Wien am nächsten liegenden Gemeinden des jetzigen Burgenlandes. So kamen Rabbi Löb Schotten aus Frankfurt a. M. nach Mattersdorf, R. Ascher Lemel ha Levi aus Glogau nach Eisenstadt, R. Mosche Sofer (Chatam Sofer) aus Frankfurt a. M. nach Mattersdorf, R. Schalom Charif-Ullmann aus Fürth nach Lackenbach u. s. w. In der vorliegenden Arbeit werden — namentlich im dritten Teil — diese mannigfachen Beziehungen nach Möglichkeit ersichtlich gemacht. An Urkunden ist leider ausser in Eisenstadt nur noch in Mattersdorf jüngeres Material erhalten, während alle übrigen Urkünden, Gemeindebücher u. s. w. aus älterer Zeit durch Feuersbrünste, Überschwemmungen und nicht zuletzt durch die Interesse• losigkeit der führenden Personen verlorengegangen sind. Im folgenden musste ich mich darauf beschränken, vierzig Grabinschriften hervorragender und interessanter Persönlichkeiten, nach Gemeinden geordnet, in Auswahl zu veröffentlichen, während die grosse Menge der übrigen Mazewoth unberücksichtigt bleiben musste. Diese Inschriften sind im dritten Teil durch eilie örtlich und zeitlich geordnete Übersicht über die Rabbiner der Schewa Kehilloth ergänzt, während im Anhang ein interessantes Dokument aus dem Archiv der Wiener Judengemeinde, auf das mich Herr Archivar S. Chajes in liebenswürdiger Weise aufmerksam machte, folgt. Bei diesem Beginnen haben mir Herr Dr. Wachstein in Wien, Herr Rabbiner H. Perles in Kittsee und die Herren M* E. Gelles in Mattersdorf, Moses Reiner in Deutschkreuz und Lehrer Ignaz 20

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