Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 290)
- Language
- German
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tbeiischen Tribunale geführt, und 80 kein* Urtheil gefällt werde* bis nicht der Thatbestand gründlich erhoben ist, vielleicht dürften die in dem beiliegenden Schreiben eines achtbaren Hauses in Constantinople, das ich mit der letzten Post erhielt, angeführten Daten geeignet seyn, über das traurige Ereignis mehr Licht za verbreiten und einen bestimmteren Leitfaden zur Erforschung der Wahrheit an die Hand zn geben. Darum nehme ich mir die Freiheit es Euer Durchlaucht ehrfurchtsvoll zu unterbreiten und Hoch* dieselben zu bitten, dessen Inhalt Hochdero näheren Einsicht und Würdigung anempfehlen zu dürfen. Zwey Umstände sind es vornehmlich, welche in dem gedachten Schreiben einer näheren Beachtung und Untersuchung werth scheinen. 1) dass der Pater Thomas drey Tage vor seiner Verschwendung auf einem öffentlichen Platze in Damascus einen heftigen Streit mit mehreren angesehenen Türken hatte, wovon der eine ihm bey seinem Barte Rache geschworen haben soll und 2) tens, dass türkilche Einwohner der Stadt öffentlich erklärt haben sollen, wie sie den Pater Thomas einen Tag vor der angeblichen Mordthat in Begleitung seines Dieners beym Stadtthore gegen Sonnenaufgang gehen gesehen haben. Aus diesen beiden Umständen zusammen genommen Hesse sich nun vielleicht vermuthen, dass der mehrgedachte Capuzinermanch aus Furcht vor der Rache der Türken die Flucht ergriffen habe und ich wage es daher, die nachstehenden zwey Bitten, die sich hierauf beziehen, an Euer Durchlaucht zu richten. 1. dass Hochdieselben geruhen möchten, Sich bey dem hohen Römischen Hofe dafür zu verwenden, dass Sr. Heiligkeit mit einer eigenen päbstlichen Bulle den strengen Befehl an die religiösen Oberhäupter von Palästina, dem heiligen Lande und dem Libanon ergehen Hesse, in allen Klöstern Kirchspielen etc. keines ausgenommen die genauesten Nachforschungen anstellen zu lassen, ob sich nicht der Pater Thomas in einem derselben vorfindet, oder ob derselbe nicht von irgend Jemand seit seiner Versehwindang gesehen oder angetroffen worden ist, und 2tens den Vizekönig von Egypten, Mehmet Ali dahin zu vermögen, jene Individuen, welche bey dem oberwähnten Streite des Pater Thomas gegenwärtig waren, nach Alexandrien kommen zu lassen, und sie daselbst einer strengen