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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 276

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 276)
Language
German
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m wieder und brechen bald dort bald da hervor. So kommen mir eben jetzt gleichzeitig aas Damaskus und Rhodus Nachrichten von Gräueln, die da von Behörden und Volk gegen die Israeliten hegangen worden sind und vielleicht noch begangen werden, weil man ihnen die alte Fabel in die Schuhe schiebt, sie hätten Christen- Blut für die herannahenden Osterfeiern gesucht und deshalb dort einen katholischen Priester und da einen griechischen Knaben gemordet. Ob der Mord wirklich durch sie begangen worden sey, liegt für mich, wie natürlich, ausser der Frage; dass es aber keinen guten Eindruck macht, wenn Behörden selbst sich vom Taumel solcher Vorurtheile über die Gränzen der Gerechtigkeit hinaus, bis zu Verfolgungen gegen ganze Familien und Gemeinden fortreissen lassen, ist klar. Ich wünsche, dass Sie deshalb der türkischen Regierung einen Wink geben, damit diese den von Pascha von Rhodus darnach anweise, und dass Sie dem Kais. Vizekonsul auf Rhodus auf tragen in derlei Vorfällen, staets im Geiste verstaudiger Vermittlung einzuwirken. Genehmigen Metternich. (W. Sta. Türkei Fasz. 56.) VI. Lauria an James Rothschild. Alexandria, 16. April 1840. Hochwohlgeborener Freyherr! Übermorgen wird Mehmet Alis Befehl wegen Beiseitelassung der Folter bei dem Judenprozess in Damaskus eintreffen. Unser dortiger Konsul erhält den Befehl auf die Prozedur aufmerksam zu seyn. Nunmehr ist vieles gewonnen. Ich habe unterlassen unsern H. Picciotto aus dem Prozess auszuschliessen, damit unser Konsul Merlatto mehr recht habe zu interveniren. Der französische Konsul soll hierher geschrieben haben, die Juden in Damaskus hätten Merlatto bestochen, um sich ihrer anzunehmen. Ist diese Beschuldigung wirklich geschehen, so werde ich Merlatto auffordern dem Ratty-Menton einen Verlänindungsprozess anzuhängen. Dergleichen Lügen wirken sehr nachtheilig auf das Gemüth der Türken, Merlattos Vorstellungen machen keinen hinlänglichen Effekt mehr. Ich suche Mehmed Aly bei guter Laune zu erhalten. Die Franzosen bieten alles auf, um Merlatto als die einzige Stütze der

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