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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 291

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 291)
Language
German
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Untersuchungen über das Wesen des Memorbuches. Von Dr. M. Weinberg, Rabbiner in Nenmarkt (Oberpfalz). A. Zur Einführung. Habent sua lata libelli. ״Die Bücher haben ihre besonderen Schicksale“, dieses Horazische Wort dürfte in ganz besonderem Masse auf die Memorbücher anzuwenden sein. Das gilt nicht nur für deren äusseren Geschicke — indem sie z. B. in der einen Gemeinde ihren Dienst beschlossen, um in einer anderen zu neuem Leben zu erwachen (Klaus-Fürth, Schwabach II, Buttenwiesen), oder indem sie verbrannten, um wieder zu erstehen (Sulzbach, Flörsheim), oder vorübergehend flüchten mussten (Fulda) oder gar in vielen aufgelösten Gemeinden ausser Dienst gesetzt wurden und nun in Privathänden oder in öffentlichen und privaten Bibliotheken als historische Denkwürdigkeiten gehütet werden, oder gar rühmlos unter alter Gemeindemakulatur vermodern —, es gilt in noch höherem Masse für das Memorbuch als solches. Was ist ein Memorbuch? Wie ist ein Memorbuch? Welches ist seine Aufgabe? Wie setzt es sich zusammen? Welche Stellung nimmt es in unserer religiösen Literatur ein? Alles dieses sind Fragen, die bis jetzt noch nicht beantwortet, ja kaum berührt worden sind. Man hat wohl hin und wieder einzelne Memorbücher behandelt; stets aber einseitig; in der Regel, indem man sie als historische Quelle für Personalgeschichte heranzog; insbesondere verknüpft sich mit der Nennung ihres Namens unwillkürlich die Erinnerung an die Juden- Verfolgungen, so dass vielfach sich die Ansicht verbreitet hat, eine Gemeinde, die ein Memorbuch besitze, sei damit als ein ״Gerusch“- Ort gekennzeichnet. Ja nicht einmal die Bezeichnung ״Memorbuch“ ist, wie wir sehen werden, geklärt und feststehend.

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