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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 129

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 129)
Language
German
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126 Um nicht allzuviel Raum für mich zu beanspruchen, habe ich im I. Jahrbuch, wenn auch ungern, auf den Abdruck mancher interessanter gedruckter Quellen aus der Zeit des Talmudstreites verzichtet und mich nur auf die notwendigsten Auszüge beschränkt. Ich komme geäusserten Wünschen nach, wenn ich diese Auszüge hier etwas erweitere. Die Sulzbacher Druckereien wurden; an der Zahl der herausgegebenen Druckwerke gemessen, von einigen andren, wie Amsterdam und Fürth, überflügelt. An tiefgegründeter Volkstümlichkeit, die zum Teil noch heute nicht abgeebbt ist, wurden sie aber in deutschen fanden von keiner zweiten erreicht. R. Meschullam Salman Kohn in Fürth schreibt in einem Responsum ג) an den Sulzbacher Rabbiner Kaufmann Kaz, welches in einer Ehescheidungsangelegenheit die Frage behandelt, in welcher Weise der Ort Sulzbach im Scheidebrief gegen die , vielen andren Orte gleichen Namens genügend kenntlich gemacht werden müsse: כי זולצבאך אין ספק בעיר כלל כי מפורסם מימים ימימה, d. h. die blose Erwähnung des Wortes ״Sulzbach“ genüge, um ganz bestimmt auf unser S. hinzuweisen. Diesen Ruf verdankt die sonst nicht besonders in der jüdischen Geschichte hervorgetretene Stadt einzig ihrer berühmten Druckoffizin. Die Volkstümlichkeit beruhte zum grossen Teil auf den drei Talmudausgaben, noch mehr aber auf den im Gebiet der Liturgie herausgegebenen Werken. Hier hatte S. neben zahlreichen stereotypen Nachdrucken überkommener Ausgaben andrer Druckorte einige mustergiltige Typen geschaffen. Genannt seien hier die in jener Zeit eines grossen Ansehens sich erfreuenden täglichen Gebetbücher mit dem Titel קרבן מנחה und שפתי רננות und vor allem die in Anordnung und Druckausführung nie wieder erreichten zweibändigen Machsorim in folio. Es genüge der Hinweis, dass dieses für damalige Verhältnisse sehr kostbare Werk in sechs Auflagen, jede noch in doppelter Ausgabe (polnisch und deutsch) erscheinen musste. Es wird, wenigstens in Süddeutschland, kaum eine Gemeinde gegeben haben, die sich nicht von gemeindewegen ein Sulzbacher K’hals-Machsor in folio für den Gebrauch durch den Vorbeter beschafft hätte; eine grössere Anzahl war für diesen Zweck auf Pergament gedruckt. R. Jakob Reischer schreibt über sie in שו׳ת בגדי כהונה אבן העזר כיד«(1

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