Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 114)
- Language
- German
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50 Salomo (Salomon) Schneior1), dessen Sohn Josef2) die Leitung übernahm. Bei der ihm erteilten Konzession ist ausdrücklich der Talmud ausgenommen, dessen Drucklegung lediglich dem Hofjuden Marx Model3) für das ganze Fürstentum Ansbach zustand. Josef ging mit voller Energie an seine geschäftliche Tätigkeit, wovon die aus seiner Offizin hervorgegangenen Druckwerke rühmliches Zeugnis ablegen. Als technischer Leiter fungierte Moses Menachem (Nachum) b. Jehuda Kaz aus Krakau, der vorher in den grossen Prager Druckereien reiche fachgemässe Erfahrungen gesammelt hatte. Da auch die Korrektoren Samuel Popitsch und Rafael Altschul, beide aus Krakau, gewissenhaft ihres Amtes walteten, so kann man die ersten Fürther Druckwerke als hervorragende Leistungen des hebräischen Buchdrucks bezeichnen. Als tadelloser, vorzüglicher Druck ist das תורת כהנים (Nr. 9) zu verzeichnen, dessen Beendigung der Druckereibesitzer Josef jedoch nicht erlebte; er starb in jugendlichem Alter am 11. Juli 1691. Aus seiner Offizin sind während seiner Lebzeiten acht Druckwerke hervorgegangen. Nach seinem Tode übernahm sein Bruder Abraham, der als Stifter eines Lehrhauses sich einen rühmlichen Namen erwarb4 *), gemeinschaftlich mit Isaak Bing3), dem Gatten seiner Schwester Jiskah, als Vormund der verwaisten Kinder Josefs, die Leitung der Druckerei, die noch bis 1698 bestand und sich eines fortdauernd guten Rufes erfreute. Im ganzen sind 85 Druckwerke aus der Offizin des Josef b. Salomo Schneior hervorgegangen. Ein Konkurrenz-Unternehmen erstand 1691 nach dem Tode Josefs, indem Zbi Hirsch b. Josef halevi (Hirsch Frankfurter)6) gleichfalls eine Druckerei errichtete, aus der neun Werke hervorgingen. Das Unternehmen, das zehn Jahre lang bestand, wurde durch den schon genannten Mordechai Marx Model aus Ansbach7), den ף Vgl. Jahrb. VIII, 141. 2) Das. p. 117. Ueber die Druckerei in Farrnbach s. das. p. 206. ף Das. p. 131. 4) Das. p. 142. 3) Das. p. 75. 6) Vgl. das. p. 97. 7) Der Umstand, dass Elias, ein Sohn des Marx Model. mit SaraTreinle, einer Tochter des Salomo Schneior, verheiratet war, mag, wie schon ßrann (Kaufmann-Gedenkbuch p. 403) richtig bemerkt, wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Offizin der Erben des Josef b. Schneior und jene des Marx Model friedlich neben einander bestanden.