Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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häufiger in die Lage, dein Rabbi seine Freundschaft zu erweisen, ganz;besonders als die ungarische Zensur1) den ersten Teil des Responsenwerkes Fleckeles’, das Karolus Fischer vor der Drucklegung approbiert hatte, beanstandete. Gelegentlich macht Fischer auch Eleasar Fleckeies als ראש מנהיגי דת ישיאל פה פראג והמדינה als den ״obersten Leiter der jüdischen Religion in Prag und Böhmen“ auf Gefahren aufmerksam, die den Juden aus dem dummen Benehmen einzelner Glaubensgenossen erwachsen können, oder benachrichtigt ihn, dass ein grosses, 400 Blatt starkes Manuskript gegen die Juden ihm zu Gesicht gekommen sei etc. Dass in den Briefen sehr häufig auf persönliche Aussprachen Bezug genommen wird, ist selbstverstündlich. Während die meisten Gelehrten die Freundschaft R. Eieasars suchen, gibt es unter den Ungelehrten eine Reihe von Männern, die ihn auch jetzt wieder mit ihrem Hasse verfolgen. Es sind dieselben, deren Verfolgungen ihn seinerzeit mit bewogen hatten, Prag zu verlassen und nach Kojetein zu ziehen. Welche Ursache diese Feinde zu ihren Gehässigkeiten hatten und worin sich diese äusserten, ist aus den sehr bewegten Klagen R. Eieasars nicht zu ersehen. So wie einst in Kojetein die geistige Armut vieler seiner Gemeindemitglieder R. Eleasar gezwungen hatte, sich als Darschan zu versuchen und allsabbathlich den nicht im Talmud Bewanderten eine Erbauungsrede mit Erklärungen von Bibel und Aggadastellen zu halten, so veranlasste ihn jetzt seine eigene materielle Not, eine Auswahl seiner Reden zu drucken. Die Er- ג) Ein der Briefsammlung Fischers beigefügter Brief Elia Mohrs an Eleasar Fleckeles, datiert: Pest, am Neumond des ljar 5570, gibt einzelne interessante Aufschlüsse über die Zensur hebräischer Bücher in Ungarn, ln Ungarn sei die Zensur erst seit einem halben Jahre eingeführt, weil bis dahin keine (hebr?) Druckerei dort gewesen sei. Zensor sei Herr Alber; der verstehe nur rein, hebräische Schriften. Für rabbinische Schriften habe er sich als Adlatus einen gewissen Markus Nissa-Weiss (?) angestellt, der bis zu seiner vor 4 oder 5 Jahren erfolgten Taufe Mardochai üngwar geheissen habe, einen verlotterten Menschen, den die Wiener Polizei als unruhigen Kopf abgeschafft habe und der schon vor seiner Taufe ein Büchlein gegen die Juden, besonders gegen die חכמי התלמוד herausgegeben habe• Dieser Mensch habe den rechtlichen Zensor zu ungerechtfertigten Bean~ standungen verleitet.