Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 488)
- Language
- German
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396 Tabin1) verboten sei“. Dem Isaak Bacharach wurde sofort bei seinem Einzuge in Posen völlige Steuerfreiheit gewährt2). _ VII. f I Bei manchem der grosspolnischen Aerzte wird die theologische Gelehrsamkeit und Frömmigkeit besonders gerühmt, so bei Juda und Mose de Lima. I Aus hebräischen Auf- Zeichnungen des ersteren, die jetzt in dör Breslauer Stadtbibliotbek liegen und früher der Bibliothek der dortigen Magdalenengemeinde gehörten, ist ersichtlich, dass sein Stil uneben, der grammatische Ausdruck unkorrekt ist, dass aber eine gewisse Bescheidenheit des echten Gelehrten ihn zierte. Auch lateinische Randglossen finden sich dort, medizinische Mittel betreffend. Aus den Randglossen ist zu ersehen, dass die religiösen Teile des glossierten Buches ihn ebenso lebhaft interessierten wie die medizinischen Stellen. Auch bei dem Arzte in Neustadt a. d. Warthe wird 1775 und 1704 bei Jakob Winkler das nicht gewohnliche jüdische Wissen hervorgehoben. Des letzteren Approbation heischte ein namhafter Theologe für sein Werk. Bereits am 10. Siwan 1690 stiftete Winkler zu Ehren des Tages, an welchem sein Sohn Wolf, der spätere Posener Arzt, das dreizehnte Lebensjahr vollendete, eine von ihm selbst geschriebene Gesetzesrolle, ein Beweis dafür, dass er mit den umfangreichen und verwickelten rituellen Vorschriften hierüber vertraut war. Sein Vater Leo oder ״Juda ha-Rofe fertigte ein Gedicht, das schön Hebräisch und der possirlichste Jargon zugleich ist“. Er war ״der Lehrer und Freund des berühmten deutschen Hebraisten Christoph Wagenseil." Auch der genannte Mose Kalisch wird von bedeutenden Theologen als gelehrter Kenner ihrer Wissen- Schaft gepriesen. Aus seinen Werken strahlt eine ungeheuchelte Frömmigkeit. Michael Wolf Doktor, auch Michael Wreschner genannt, war ein Förderer der Wissenschaft des Judentums in Lissa, für welche er hier ein eigenes Forschungshaus errichtete und ausstattete. Er starb 1832 und reicht wohl noch in die polnische Zeit zurück. Zebi Hirsch in Flatow gelobte um 1738 einen Hangeleuchter für die Synagoge, ״gut und schön wie der *) Eine Art von gewässertem italienischen Taffet. *) Pos. Sef. has. Hl!87 [193] b ff., 116 b.