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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 468

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 468)
Language
German
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876 1 .i i ■ <■; I * י r ־ .\ 1! I ׳* f■ % 1 rי י 1 'וי ־! i «!!׳ ו:י J; ן? s 1 zu polnischer Zeit zwei, wenn nicht mehr, Aerzte gleichzeitig ihre Tätigkeit ausübten, zumal noch andere undatierte namhaft gemacht werden1). Das Judenprivileg von 1728 besagte: ״Es dürfen nicht mehr als drei Chirurgen sein, und zwar in ihrem Handwerk gut geübte und von gehöriger Erfahrung, damit sie nicht anders die Leute infolge ihrer Untüchtigkeit töten. Nachdem man von einem solchen erfahren hat, soll er vor der Schloss- Obrigkeit exemplarisch bestraft und vertrieben werden. Es wird dabei angeordnet, dass zwei Chirurgen nicht einander gegenüber wohnen dürfen zur Vermeidung der Störung und des Zankes bei Strafe von 50 Thalern, welche die Ältesten zahlen müssen“ 2). In der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts werden zwei Aerzte aus Kalisch genannt3), aus Platow 1710, 1738, 1744/45, 1771 und 1776 drei, anscheinend auch 1707/8 4). In Kurnik lebten 1734 und 1738 zwei Aerzte, 1740/41 gar drei. Selbst das unbedeutende Czempin wies 1807, vielleicht auch früher schon, zwei Aerzte auf. In Hohensalza werden seit 1717 mehrfach Chirurgen und Feldschere genannt, ebenso in Kobylin 1639, 1708, 1739, 1765 und 1665 zwei ״Heildiener“. 1708 vertrat hier der Heilgehilfe trotz der herrschenden Pest den Arzt. Vor 1766 wird jedoch auch in dieser Gemeinde ein Arzt genannt5). Ob die Judenschaft in D a n z i g ein Glied der grosspolnischen war, ist nicht sicher, wenn auch wahrscheinlich. Andere Gemeinden Pomerellens (polnisches Preussen) waren es ganz gewiss, beispielsweise Märkisch-Friedland, Deutsch-Crone, 1l Totenbuch S. 3 a Nr. 136, S. 4 Nr. 140, S. 13 Nr. 2 und 46, Jahrg. 1722 Nr. 244, S. 12 und 16, Jahrgang 1754/55 Nr. 51, Jahrgang 1759 Nr. 211, Jahrgang 1761/62 Nr. 267, 1774 Nr. 658, 1776 Nr. 768, 1781 Nr. 881, 1781/82 Nr. 899, 1782/83 Nr. 970, 1789 Nr. 166. *) Pos. Staatsarchiv Dep. Krotoschin C I 1 Bl. 4 ff. § 38. 8) Lewin, Beiträge zur Geschichte der Juden in Kalisch, Kempen 1909, S. 31, Krotoschiner Totenbuch Nr. 244 des Jahrg. 1722. 0 Flatower Protokollbuch der Chebra Kadischa S. 28 b, 29 a, 30 b, 85 a, b, 87 a, b, 122 a, 123 a, 121 b f., 240 b. *) Kurniker Gemeinde- und Rechnungsbuch S. 30, 36 a, 37 a, Gesamtarchiv Dep. A. Liebes-Czempin S. 20 b ff., Posener Staatsarchiv Inowrazlaw C 1, Zeitschr. der hist. Ges. XV 47, 56, 61, 83, Lukaszewicz S. 26—29, 242, Krotoschiner Tptenbuch Nr. 428 des Jahrg. 1766, briefliche Mitteilung des H. Dr. M. Brann-Breslau über 1639 und 1665.

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