Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 324)
- Language
- German
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206 Beilage IX. Farrnbach. Nach Würfel S. 7 und Henle S. 170 wurde die jüdische Buchdruckerei, die bisher in Farrnbach bestand, i. J. 1690 nach Fürth verlegt. Nach unserer Auseinandersetzung (s. o. unter Salomo Schneior II) waren Eigentümer der Druckerei die Brüder Abraham und Josef Fromm, Söhne des Salomo Schneior. Wenn auch die Druckerei bis 1690 in Farrnbach bestand, so gingen dennoch keine Druckwerke aus ihr hervor; wenigstens ist mir kein einziges Buch bekannt, das diesen Druckort aufweist. Es ist daher anzunehmen, dass die Drucker Abraham und Josef, die wohl aus Farrnbach stammten, die Druckerei nicht dort, sondern in Fürth errichteten. Die ersten Druckwerke erschienen 1691 in Fürth und tragen den Namen des Druckherrn Josef b. Salomo Schneior. In (Unter)farrnbach (volkstümlich Fernbach genannt) bestand wohl immer nur eine kleine israelitische Gemeinde. Im Jahre 1582 wurde bei dem Rat in Nürnberg, laut Akten des dortigen Stadtarchivs, darüber Klage geführt, dass die Juden in Fürth und Farrnbach den vom Main her durchpassierenden Wein während der Lagerung in diesen Orten verfälschten und es wurden strenge Massregeln hiergegen getroffen1). Lazarus Schlenker in Unterfarrnbach baute dort ein kleines Häuschen auf einem von Meier Schlamm erkauften Boden; dort wurde auch die Synagoge errichtet, wofür eine bestimmte Abgabe an die Dompropstei zu entrichten war; nachher war Amsel Pollak und 1745 Abraham Hayum Schlenker der Besitzer; auf Verfall des Häuschens hat die Gemeinde i. J. 1824 durch Salomo Jakob Farrnbacher den Platz um 27 fl. und mit 1 fl. 5 Kr. verhandlohnt 2). Im Jahre 1762 bildeten die Juden in Farrnbach laut Fürther Protokollbuch, wahrscheinlich infolge ihrer geringen Anzahl3), keine selbständige Gemeinde mehr und unterstanden 1) Fronmüller S. 52; Barbeck S. 48. 2) Aus dem Saalbuch der bambergischen Dompropstei im Nürnberger Kreisarchiv nach Notizen von Eckstein-Bamberg. 3) Im Jahre 1819 wohnten dort nur sieben jüdische Familien (Mtsch. 1901 S. 413 n.).