Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 230)
- Language
- German
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111 •des Bischofs wurde er unter der Beschuldigung, an verschiedenen Fälschungen teilgenommen zu haben, nach neunjähriger Haft im Jahre 1734 im Alter von 66 Jahren an den Pranger gestellt, mit Ruten gepeitscht und dann aus der Stadt (Eichstätt) verwiesen1). Helmänn, Samuel b. Abraham, stammte aus Prag, war ,kurze Zeit (c. 1691) Rabbinatsbeisitzer in Fürth und kehrte von da wieder nach Prag zurück, wo er als Mitglied des Rabhinatskollegiüms in hohem Alter am 11. Nissan (13. April) 1696 starb. Zu seinen Schülern gehörte u. a. R. Jakob Reischer, Yerf. von :2שרת שברת יעקב). He noch b. Lob ב״ב (Buchbinder), Bruder des Itzig (s. d.), erscheint zum erstenmall762 als Drucker in Fürth. Im ganzen werden von ihm nur fünf Flirther Drucke verzeichnet, wozu dann noch zwei von ihm in Nürnberg3) gedruckte Werke kommen. In den Jahren 1763 und 1764 wird er, laut Einträgen im Protokollbuch, wiederholt beim Vorstand in Fürth darüber verklagt, dass er sein Versprechen wegen Ablieferung des של״ה und des תקון שלמה an die Kommittenten nicht gehalten habe. Er starb in Fürth im Alter von 83 Jahren am 24. August 1807. Herz, Josef, geboren in Fürth am 4. Mai 1776 als Sohn des Herz Eschwege (gest. 1797) und der Hinnele (gest. 1804). Er bildete sich als Zeichenlehrer aus und erteilte auch den Jüngern der Fiirther Talmudschule Unterricht im Schönschreiben. Bis an «ein Lebensende ledigen Standes und, wie gewöhnlich in diesem Falle, ein etwas griesgrämiger Sonderling, besass er dennoch viel Witz und Humor, wie die von ihm verfasste sogenannte Fürther Megilla unter dem Titel ״Esther oder die belohnte Tugend* (Fürth 1828) beweist. Einen grossen, wenn auch nur in engerem Kreise bekannten Ruf genoss er als Kupferstecher. Als solcher wird er auch von Albert Wolf in seinem Aufsatz über jüdische x) Vgl. Ben Chananja IV, 245; Kaufmann-Freudenthal a. a. O. S. 267. 2) Vgl. Hock, die Familien Prags S. 95 (das. n. y! ist תס״ה st. תג״ה zu lesen); meine Kürpfalz S. 198 n. 1, wo 1688 st. 1694 zu lesen ist, und die dort verzeichneten Literaturnachweise, zu deren Ergänzung ich noch auf כרתי ופלתי S. 194, b und שו״ת הבם צבי No. 111 verweise. 3) Näheres hierüber im 3. Teil.