Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 416)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Briefen S. J. Haiberstams an Prof. A. Berliner*). Was ein Gelehrter, der während seines Lebens am An- und Aufbau der jüdischen Wissenschaft mitgearbeitet hat, an schriftlichem Material hinterlässt, findet in der Regel so wenig Beachtung, dass ״die Scripturen“, wie man sie nennen mag, ohne jede Verwertung in den Wind zerstreut, dem Untergange und der Vernichtung anheimfallen. Und doch dürften manche Schriftstücke darunter ״des Aufhebens“ wert sein, nicht allein als ein Beitrag für die wissenschaftliche Materie, sondern auch als Beleg für gewisse Personen- und Zeitverhältnisse. Vorzüglich sind die Briefe, die aus gegenseitigem, schriftlichem Verkehr der Gelehrten hervorgehen, sehr oft von ganz eigenem Werte. Es sei nur ein Beispiel angeführt. In der Sammlung von Briefen, welche den fünften Band der Gesammelten Schriften Abr. Geigers bilden, befinden sich auch zwei Briefe, die derselbe während seiner Studien in Bonn und bei der Übernahme der Rabbinerstelle in Wiesbaden an Samson Raphael Hirsch gerichtet hat. Sehr instructiv würde es sein, auch die Antworten des letzteren an Geiger zu erfahren, die dieser doch mindestens so sorgsam aufbewahrt haben mag, wie die Abschriften, die er von seinen eigenen Briefen genommen hat! So habe ich bereits im Vorwort zum Sammelband des ״Mekize-Nirdamim“-Vereins (1903) darauf hingewiesen, dass man den schriftlichen Nachlass verschiedener Gelehrter vor Untergang bewahren möge. Aus diesem Grunde habe ich mir angelegen sein lassen, im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte acht verschiedene Briefsamm- *) Vgl. bebr. Abteilung.