Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 248)
- Language
- German
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188 werden and ebensowenig Gastmähler (convites) stattfinden sollen. Lediglich Blamensträusse sollen erlaubt sein, wohingegen Triumphbögen von Myrten (arcos de murta) verboten werden. Da es ferner Anstoss erregt, wenn die Hatanim mit grossem Gefolge durch die Strassen ziehen * *), wird angeordnet, dass dieselben fortan nur durch die Herren Chacham und Parnaz vom Hause abgeholt und in die Synagogen geleitet werden sollen; diese sind uach Beendigung des Arbit-Gebets zu schliessen. Am 4. Hesuan. Es wird bekannt gemacht, dass niemand in hiesiger Stadt, es sei von *unserer Nation oder von den Tudescos, einen Ochsen oder ein sonstiges Stück Vieh anders als durch Haim Sarruco schlachten lassen darf, da das von einem anderen geschächtete Vieh nicht für erlaubt erklärt wird. Ferner wird für die Folge verboten, dass irgend jemand Geflügel schlachtet, der nicht vorher durch die Hahamim geprüft worden ist. Diese werden von jetzt an zu diesem Zwecke nach 11 Uhr in der Talmud Torä anwesend sein. Desgleichen wird verordnet, dass niemand durch andere Personen als Jzaque und Aron Jesurun, welche durchaus vertrauenswürdig sind, Fleisch rituell behandeln (purgar 2) lassen darf« Die Parnassim von Glückstadt hatten dem hiesigen Vorstände ihre grosse Not geschildert und erklärt, dass es ihnen unmöglich sei, die dortige Gemeinde und deren Institutionen aufrecht zu erhalten, wenn ihnen seitens unserer Gemeinde keine Hülfe wird. Beschlossen, ihnen zu antworten, dass wir ihnen, wegen ungenügender Mittel, vor der Hand nicht helfen können; auch sei anscheinend die von ihnen geschilderte Not nicht so gross, dass wir noch grössere Verpflichtungen auf uns nehmen sollten, als wir bereits haben. Der H. H. David Coen trägt vor, er müsse seine Frau nach Amsterdam bringen und selbst eine Reise nach Antwerpen 1) ׳Einen derartigen Triumphzug der Hatanim hat Picard in seinen ,״Scenen aus dem Leben der portugiesischen Juden" sehr anschaulich dargestellt Die Picardschen Kupferstiche sind in neuerer Zeit photographisch vervielfältigt worden. *) Hierunter dürfe wohl der גיקיר zu verstehen sein.