Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 165)
- Language
- German
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t05 Auff den Mittwoch nach Conuersionis Pauli, welcher ist gewesen der Monatstagk c. 73. Ist die gerichtsbancke für dem Berlinschen Ratbause mit den Richter Asmus Schwdern vnd vierzehen Scheppen aus beiden Stedten besatzt und geheget werden. Als der Jude etwa umb seigers Neun furgeführet, vnd solche Schelmstücke, sein antwordt darauf! zv thun, ihm durch den Diebhencker fürgehalten worden, hat ehr dieselben nicht gestendig sein wollen, sondern alles verleugnet und berichtet, dass ers aus Marter und Pein bekennen müssen. Derohalben er alss balde durch den Nachrichter Meister Ditrich von Custrin wider in die Gerichtsstube im Rathause gefuhrett, vnd auff Curf. gnaden Befehlich widerumb peinlich befraget worden. Do ehr nun in der pein widerumb der begangenen und zuvor bekanten misshandlungen gestanden, vnd als er wider für gerichte gefuhrett, dabei gerichtlich verharret, Ist das Vrtell, vermuge der Brandenburgische Belerunge vber ihm gefellet, und der Stecken zerbrochen. Vnd anfenglich daselbst auif einen wagen gesatzt vnd gebunden, mit Zwein gluenden Zangen riessen in Beiden armen genessen, darnach nach Coln vber dem Molenhow, vnd folgig vber die lange Brugke auf den Newen margkt gefuhrett vnd ihm zw fünf! vnterschiedlichen mahlen vnd auf zehen vnterschiedtiichen örtern, zehen riesse mit gluenden Zangen gegeben. Folgig auf einen auffgebavten stuell von holtz und brettern gemacht, gefuhret, daselbst erstlich die beine und hernach die armen mit dem rade zerstossen, Auf einen Tisch geleget, der leib aufgeschnitten vnd an vier stucken zwerhawen, die vierteil auff die wege Strassen an einer galgen auffgehencket, der Kopff mit einer eissern Stange auff S. Jürgens thor auffgesteckett, vnd die Intestina mit fewer verbrandt worden. Do solches eingeweide alles biss auf die Kote verbrandt, Ist von vielen leuten gesehen, das eine grosse feldtmauss, aus den fewrigen Kolen herausgesprungen, vnter das Volck so umbher gestanden getauften vnd widerumb zum fewer gekerett vnd darein geblieben sey. So ist auch vom Diebhencker ausgeruffen, das sich kein Jude von der Zeitt biss kunfftigen Sontagk Esto mihi Im lande bei Leibstraffe solle finden lassen, Sondern sich also balde davon machen vnd packenn.