Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 184)
- Language
- German
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112 In Oels, das im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert Juden aufzuweisen hat, war der Krakauer Benjamin Wolf geboren, der in der polnischen Hauptstadt während der Regierungszeit König Sigismund Augusts (1548—72) weilte1). Aus den österreichischen Ländern in Krakau eingewandert sind wahrscheinlich die Vorfahren des R. Mose lsserles (רמ״א, starb 1572) väterlicherseits. Sein Grossvater Josef soll ein Nachkomme desR Isuiel Isserlein (תרומת הדשן) aus Marburg sein, der in Wiener-Neustadt wohnte und narb 1452 starb. 1620 war Leiter des Talmuddruckes in Lublin Josua b. Israel איש איסטרייך. 1834 wird Astrich in Kempen und Oestreich (sic) in Karge- Unruhstadt genannt, ersteres auch 1851 in Kempen. Mose b. ZebiHirsch Astrich (אסטייך) zeichnet hier 1824. Mancher religiöse Brauch der Juden in Oesterreich wurde nach Polen verpflanzt, derjenige der Rezitierung der Sprüche der Väter an den Sabbatnachmittagen fast den ganzen Sommer hindurch war im fünfzehnten Jahrhundert in Oesterreich fast derselbe wie in Polen2). Aus Oettingen wurdeu die Juden 1552 und 1658/59 vorübergehend vertrieben3). Oettinger, eine bekannte Rabbinerfamilie, hat gleichfalls ihren Biographen gefunden. R. Elia Halewi Oettingen war Rabbiner in Opatow und W engrow, Verfasser des ברית הלוי (Lubbn 1645;. Sein Vater hiess Abraham, sein Grossvater Mordechai Model Oettingen. R. Chajim Jehuda Löb b. Elieser Halewi אעדננא war Haupt einer Lehranstalt in Lemberg, wr0 er seit 1719 genannt wird. Sein Sohn R. Aron war Rabbiner in J a - worow und Rzezow und starb 1781 in Lemberg. Seitdem hat der Schimmer talmudischer Gelehrsamkeit bis tief in das ’) Brann a. a. O S- 145, Anh. S. LXVI1, Steinschneider S. 798 אוי;1 פולן דק הייפשטאט איגטר דע; קיגיג זיגמונד עגוסטיס א! לש ש לעז יא גבנרן בנימין הזק ואמץ אב?. Vielleicht bedeutet das oben mir rätselhaft gebliebene הייפשטאט nichts anderes als Haupt- Stadt und דק ist 1585 .דקראקא heisst es gleichfalls in einem Krakauer Drucke אץ דר הייפט שטאט ק״ק קיאקא (Z. f. h. B. 111 127). 2) Freudenthal a. a. 0. S. 9, Güdemann a. a. 0. S. 24 f., ס׳ המכריע a. a. 0. Anm. 35, Sanhedrin ed. Lublin 1620 Titelbl. (nach Rabbinovicz, מאמר על הדפס׳ התלמיד S. 76 war er Correktor), מהרי״ל ed. Cremona 1066 S. 26a, Kempener Friedhof Centrum Leichenstein Nr. 1885, Verz samt. nat. Isr. S. 16, 78, Vertrag mit Rabb. Landau-Kempen vom 17. Nissan 1824, 28 ש״ות מהיי״ל. 3) אוצר ישראל I 247.