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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 429

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 429)
Language
German
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306 erhabenen Volkes, von den ruhmvollen Deutschen herstammend* Die in Polen sesshafte Familie Katzenelnbogen ist noch 1816 ״bekannt in der ganzen Diaspora als von berühmter deutscher Herkunft*. Wer den Namen einer solchen Familie trug, besass einen Adelsbrief und wachte eifersüchtig darüber, dass kein Unbefugter ihn annehme. So wird erzählt, dass die Nachkommen Saul Wahls gegen die Vorfahren des R. Jecheskel Katzenein־ bogen einen Prozess vor der Vierländersynode anstrengten, weil sie sich unbefugterweise des Namens Katzenelnbogen bedient hätten. Das der Ironie nicht entbehrende Urteil lautete, dass der eine Teil Katzenelnbogen, der andere Katzenelnpogen sich nennen sollte. Unzählbar ist die Menge der Deutschen, die in Polen in den Rabbinaten, Gemeinden und Synoden in führender Stellung sich befanden. Als zur herzoglich Warschauischen Zeit Polen noch einmal eine Art Renaissance erlebte, und die polnische Sprache Amtsspräche war, bedienten die Inowrazlawer jüdischen Gemeindebehörden in einem Gesuche an den Schatzminister sich der deutschen Sprache1). Wissbegierige Jünglinge zogen seit dem elften Jahrhundert an die talmudischen Hochschulen in Frankreich und Deutschland und trugen verheissungsvolle Keime überlegener deutscher Kultur und deutschen Wesens nach Osten in die numerisch und geistig dürftige Judenheit während der folgenden vier Jahrhunderte; diese wurde immer mehr entslavisiert und germanisiert. Ausschliesslich deutsche Lehrer verbreiteten damals in den polnischen Gbettis jüdisches Wissen. Um die Wende des vierzehnten und fünfzehnten Jahrhunderts klagte R. Jakob b. Moses Halewi in Worms und Mainz, dass die deutschen Judengemeinden sich entvölkern. Sie wandten sich grossenteils nach dem gastlicheren Polen, wo direkt und 1) Wetstein, Quellenschriften zur Gesch. der Juden in Polen, Krakau 1892, S. 5 Anm. 6 und S. 4, שו״ת הב״דז Nr. 79 bei Kahan ענף עץ אבות, Krakau 1903, Anm. 126, .כאוד נוגד. ,3 ,114 ן*בוש דתבלת ה' תפ^ד, Breslau 1816, S. 64, Jahrb der jüd-liter. Gesellsch. HI 105 Anm. 5, Landshuth תולדות אנשי ד.שם S. 2f., Akten der jud- Gemeinde Inowrazlaw Lit. 25 Nr 6.

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