Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 425)
- Language
- German
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302 schiedenen Festtagen augelegt. Tn Lissa bezeichuete mau kostbare Kleiderstoffemit ״Dermesa.als das mittelhochdeutsche ״turmis“ längst.in Vergessenheit geraten war. Die Vereine wurden in Lissa, R i t s chen w al d e und Przemvsl nach altem deutschen Sprachgebrauche -Zechen“ genannt1). Die sprichwörtlich gewordene Frömmigkeit, der deutschen Juden pflanzte sich in Polen fort Wie ihre Landsleute christlichen Bekenntnisses nicht innerhalb einer polnischen Stadt sich ansiedelten, sondern neben dem polnischen ein eigenes neues Anwesen gründeten 2\ das zu eigenem deutschen Rechte verwaltet wurde, hatten auch die eingewanderten Juden ihr eigenes mit selbstständiger Verwaltung ansgestat.tetes Stadtviertel, dessen Mittelpunkt die Synagoge bildet^ Die führenden Geister in der polnischen Judenheit begünstigten diese Isolierung wegen der Gefahr der Kollision mit Andersgläubigen und behufs Wahrung der kommunalen Selbständigkeit Die Judenstrasse ging oft von einer Ecke des Marktplatzes aus, und um sie gruppierten sich je nach der Grösse der Gemeinde die Nebengasssen. Diese Judenstädte sind in den älteren Gemeinden vielfach noch heute zu erkennen, so in L a b i s c h i n , Lissa, Pinne, Kempen, Posen, Hohensalza, Witkowo und Krakau3) Man will sogar an dem Baustil der polnischen Synagogen Entziehungen aus dem deutschen bemerkt haben 4). Die Be- Zeichnung der Synagogen-Vorhalle mit ״Polisch“ — auch im Mittelhochdeutschen in derselben Bedeutung — ist noch heute bei polnischen Juden üblich5). B Gesch. d. Juden i. Lissa, S. 4. 121, 123־ Anm. 1, 78, Jahrb. f. jiid Gesch. u. Litt. 1898 S. 170. Schor, Zydzi Przemyslu, Lemberg 1908, S.?60. 2) Zeitschr der histor. Gesellschaft für die Provinz Posen XIX 12, Schmidt a a. O. S. 83 3) Vgl. Jahrb. der jüd.-lit Ges III 108, ältere תשו׳ ב׳׳ה Nr. 4, תשו׳ פני יהושע Teil II ה:״מ Nr. 96, meine Geschichte der Juden in Lissa, S. 2, 136. Aus der Vergangenheit der jüd. Gern, zu Pinie, Pinne 1903, S. 7 f. Sirisa, Beschreibung von Südpreussen und Neu-Ostpreussen, Leipzig 1797, S. 527. 4) ״Israelit0, Mainz 1900 Nr. 51 zweite Beilage, Pietsch, Beitiäge zur Gesch. d- Stadt Kempen I, Kempen 1891, S. 24, Inowrazlaw in Zeitschr. d. histor. Gesellsch. XV., 44 f-, Posen in hist. Monatsbl. für d. Pr- Pos- 1906, S- 3 Anm 5) Berliner, Aus dem Leben der deutschen Juden im Mittelalter, Berlin 1900, S. 116. Sonach irrig bei Zunz, gottesdienstl. Vortr., Frankf, a. M. 1892, S. 456, es von dem böhmischen Pawlacz, Gallerie, abzuleiten. Die Er-