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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 275

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 275)
Language
German
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_271 forderten die Stände die Juden auf, der Kaiserin freiwillig ein grösseres Darlehen zu gewähren und versicherten die Juden dafür der kaiserlichen Gnade und Dankbarkeit. Die Vorsteher erbaten sich Bedenkzeit, beriefen eine Versammlung der angesehensten Gemeindemitglieder ein und beschlossen ein Darlehen von 12 000 fl. zu gewähren. Die Stände waren damit zufrieden und verlangten nur eine sofortige Auszahlung 1). Da jedoch die Gemeinde- Vorsteher dieses Darlehen ausschliesslich auf die dem Mittelstände angehörenden Gemeindemitglieder repartierten, so brachten die davon Betroffenen ein Gnadengesuch bei der Statthai־ terei ein, worauf die Statthalterei, nachdem sie ein Gutachten der Kommission für Judensteuer eingeholt hatte, verordnete, es seien zu dem Darlehen ausschliesslich die reichen Gemeindemitglieder heranzuziehen. Auf die Bitte der Reichen wurden dann von der Judensteuerkommission auch noch einige Mitglieder des Mittelstandes zur Beteiligung an den aufzubringenden 12 000 fl. verpflichtet, das Darlehen wurde auf insgesamt 602) Gemeindemitglieder verteilt. Am 2B. Elul3) gegen 10 Uhr überfielen einige hundert preussische Husaren die Schanzenarbeiter am Zizkaberge und beim Invalidenhause; die Arbeiter, Juden wie Nichtjuden, retteten sich durch die Flucht. Am 24. Elul4) liess der König von Preussen vergeblich den kaiserlichen Befehlshaber General Harsch zur Kapitulation — unter nicht öffentlich bekannt gewordenen Bedingungen — auffordern. Am selben Tage befahl der kaiserliche Befehlshaber, das Läuten und Schlagen der Kirchenglocken und Uhren einzustellen. Ferner befahl er die Lieferung von alter Leinwand zu Verbänden für die Verwundeten und von 0 Laut einem Statthalterdekret vom 21. August 1744 an die jüdischen Gemeindeältesten haben die Juden ״zu gegenwärtigen höchst pressanten allgemeinen nothdurfften und besonders zu schleunigen beschütz- und Rettung der königlich Prager Städten“ ein Darlehen von 12000 Gulden binnen 8 Tagen bei sonstiger schärfster Militärexekution zu gewähren, u. z. gegen Verzinsung. (J. G. A. No. 115 ) ־) Nach der uns erhaltenen Liste der Beiträge zu diesem Darlehen haben 65 Leute dazu beigetragen mit Beiträgen zwischen 45 — 10C0 Gulden. (J. G. A. 115.) 31. August. 4j 1. September.

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