Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 771 (sequence 780)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9821-3485972- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Laski, Kaznelson 771 V. POLITISCHE KOMMISSION. t u°wi^; B'umcnfeld^ P- Goodman, Ab. Goldberg, B. Janner, M. Jarblum, Dr. I. Rabin, D. Remez, Dr. A. H. Silver. Nichtzionisten: Dr. G. Aisenstadt, Dr. L. Baeck, Dr. S. Daiches, Ladv E Erleigh, Ch. Kalvarisky, Dr. J. Niemirower, Prof. Dr. M. Schorr, Dr. S. Shulman, Morris D. Waldmann. DR ABRAHAM KAZNELSON (Palästina - spricht deutsch): Als Vertreter des Waad Leumi fühle ich mich verpflichtet, den Kritikern hier Antwort zu geben, wenn auch ihre Kritik formell gegen die Exekutive gerichtet war. Was zunächst das Erziehungswesen betrifft, so gibt wohl manches zu berechtigter Kritik Veranlassung. Aber man darf die Kritik auch nicht übertreiben. Dr. Feldmann hat in seinen ernsten Bemerkungen über elementare Erziehungsarbeit Tatsachen erwähnt, die der Wirklichkeit nicht entsprechen, so z. B. wenn er sagte, jemand habe ihm berichtet, daß der Waad Leumi Schulen subventioniere, die antireligiös sind. Ich habe darauf folgendes zu erwidern: Der Waad Leumi hat kein neues Schulsystem eingeführt, sondern das bereits bestehende übernommen. In unseren Schulen gibt es drei Richtungen: i. eine religiöse Richtung, das sind die Misrachischulen, die sich frei entwickeln und soviel Kinder aufnehmen können, wie ihre finanziellen Mittel erlauben, 2. die allgemeinen Schulen und 3. die Arbciterschulen, die auf dem Prinzip der Arbeit und der Erziehung zur Arbeit aufgebaut sind. Es ist unrichtig, diese Schulen als antireligiös zu bezeichnen. Sie sind gewiß nicht religiös, aber sie sind auch glicht antireligiös, und sie entsprechen den Wünschen der Eltern, die ihre Kinder in diese Schulen schicken. Man kann den Eltern keine andere Erziehung ihrer Kinder aufzwingen, als die, die sie selber wünschen. In einer Beziehung sind unsere Schulen einheitlich: sie sind national, sie erziehen ein Volk und nicht drei Völker. Im Erziehungsdepartement des Waad Leumi sind alle Richtungen vertreten, und keine dieser Richtungen wird in ihrer Entwicklung gehemmt. In der letzten Zeit wurden Schritte unternommen, um die Zusammenarbeit der verschiedenen Richtungen noch enger zu gestalten, und in der allerletzten Zeit wurden in dieser Richtung auch einige Fortschritte erzielt. Gewiß gibt es in unserem Schulwcrk noch viel zu ändern. Wir müssen uns jedoch nach unseren finanziellen Mitteln richten. Gewiß gibt es auch noch viele Kinder, die immer noch außerhalb unseres Schulnetzes bleiben. Um unser Schulwerk allen unseren Wünschen entspre- 'chend auszugestalten, brauchten wir weit größere Mittel. Wir müßten mindestens 50% des Budgets von der Regierung bekommen, bekommen aber nicht einmal 20%. Und auch dies ist eine Erhöhung, die wir nur mit großer Mühe bei der Regierung durchgesetzt haben. Was die Subvention des Keren Hajessod für das Schulwesen betrifft, so hat er sie seit der Gründung der Jewish Agency im Jahre 1929 von 76.000 Pfund auf 20.000 herabgesetzt, wobei betont werden muß, daß seitens der nichtzionistischen Mitglieder der Agency-Exekutive sehr wenig Verständnis für das Schulwesen gezeigt wurde. 49*