Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 645 (sequence 650)
- Language
- German, English, Hebrew
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Remez, Goldmann, Grossmann Stempel der Zionistischen Organisation aufgedrückt hat, statt sich in die ersten Reihen des Kampfes gegen Hitler-Deutschland zu stellen; da unser Vorschlag abgelehnt wurde, die Monopolstellung der klassenkämpferischen Histadruth Haowdim auf dem Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft von Erez Israel zu liquidieren; da eine Reihe unserere konstruktiven Vorschläge, wie Reform der Hachscharah, Einführung eines nationalen Arbeitsdienstes für die Jugend, Schaffung einer Liquidationsbank für Palästinaeinwanderer, Einführung des Pari täts- und Gleichberechtigungsprinzips in den Palästinaämtern, Schaffung eines zentralen Instituts für nationale Arbitrage, Abschaffung der erweiterten Jewish Agency usw., abgelehnt wurden; da alle unsere Versuche, das veraltete Arbeitssystem zu ändern und im Zionismus den Geist schöpferischer Judenstaatsideen einzuführen, auf den Widerstand einer reaktionären Mehrheit und von „Interessengemeinschaften" gestoßen sind, ist die Fraktion der Judenstaatspartei gezwungen, gegen eine Exekutive zu stimmen, die auf falschen und für den Zionismus schädlichen Grundlagen aufgebaut ist. Es fehlt uns daher jedes Vertrauen zu der neuen Exekutive, und in unserer ablehnenden Stellung zu dieser Exekutive werden wir auch durch ihre persönliche Zusammensetzung bestärkt, eine Zusammensetzung, die in sich jene politischen Grundsätze und Methoden im Zionismus verkörpert, die im Laufe der Jahre in ein System politischer Widerstandslosigkeit nach außen, Defaitismus und Kleinzionismus nach innen sowie in die Monopolherrschaft eines Teiles des Jischuw über die anderen Teile verwandelt worden ist. Treu ihren Prinzipien wird die Judenstaatspartei den Kampf für einen erneuten Judenstaatszionismus weiterführen, einen Zionismus, der die jüdischen Massen zum Widerstand gegen jedes Attentat auf ihre Rechte aktivieren und organisieren soll. Die Judenstaatspartei sieht ihre historische Aufgabe darin, für die Erhaltung von Herzls Erbe — für die Ganzheit, Stärke und Souveränität der Zionistischen Organisation — zu kämpfen, zu kämpfen gegen jede Art von Separatismus, aber auch gegen die Prediger des Klassenhasses, der unsere nationale Einheit zerbricht. Mit tiefer Sorge blicken wir der Zukunft des Zionismus entgegen. Wir sind tief erschüttert über die Stellung der gegenwärtigen Kongreßmehrheit zu wichtigen zionistischen und jüdischen Problemen. Es fehlt uns jede Sicherheit, daß sich die Leitung unserer Sache in dieser schweren Zeit in den richtigen Händen befindet. Wir appellieren daher von der Kongreßtribüne an alle treuen Zionisten, an alle zionistischen Patrioten, an alle unerschrockenen Judenstaatler, den Kampf gegen die neuen Gefahren, die dem Zionismus von außen und innen drohen, fortzusetzen und zu organisieren. (Beifall bei der Judenstaats partei.) VORS. VIZEPRÄS. DR. GOLDMANN: Wir kommen nunmehr zu den Wahlen. Wer für die Wahl des Herrn Nahum Sokolow zum Ehrenpräsi-