Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 632 (sequence 637)
- Language
- German, English, Hebrew
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632 22. Kongreß-Sitzung: Bericht der Politischen Kommission Der Antrag lautet (liest): K. DIE ZIONISTEN IN RUSSLAND. Der XIX. Zionistenkongreß entbietet den russischen Zionisten seinen Gruß, die um ihrer Treue zu Zion willen verfolgt werden, besonders jenen, die sich im Gefängnis und in der Verbannung befinden. Der Kongreß erklärt ihnen, daß ihre Hingabe und ihre Leiden jedem Menschen in Israel in seiner Treue zu seinem Volk und seinem Befreiungswerk leuchtendes Vorbild sind. Antrag K wird einstimmig angenommen, ABRAHAM EMANUELI (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): In der Kommission wurde ein Antrag betreffend die furchtbare, verzweifelte Lage der Juden in den Ländern des Orients unterbreitet, wo man sie mißhandelt und ihnen nicht gestattet, auszuwandern, speziell in Yemen, Kurdi stan und anderen Ländern. In den Beschlüssen ist keine Spur davon zu finden, daß man für die Besserung der Lage unserer Brüder in den erwähnten Ländern Sorge tragen will. Deshalb fordere ich, daß man einen Beschluß gleicher Art faßt, wie er für unsere jüdischen Brüder in Sowjetrußland angenommen wurde. Ich formuliere ihn wie folgt (liest): Der XIX. Zionistenkongreß sendet den verfolgten Zionisten der Länder des Orients seinen Gruß und dankt ihnen für ihre Treue zu Zion und dem Judentum. Insbesondere grüßt er jene, denen es verwehrt ist, nach Erez Israel zu gehen. Der Kongreß erklärt, daß ihre Hingabe und ihr Leiden ein Vorbild bieten der Treue zum jüdischen Volk und seinem Befreiungswerk. BERICHTERSTATTER Dr. GOLDMANN: Die Kommission für Galuthangelegenheiten hat sich mit dieser Frage befaßt und beschlossen, das ausführliche Memorandum, das durch die Vertreter jener Juden eingebracht wurde, der neu gewählten Exekutive zu übergeben und zugleich die Willensmeinung der Kommission kundzutun, daß die Exekutive sich energisch mit der Sache befaßen und alles tun soll, was in ihrer Macht liegt, um diesen unseren Brüdern zu Hilfe zu kommen. Die Galuthkommission hat keinen besonderen Antrag gestellt, aber ich bin sicher, daß ich im Namen der Politischen und Galuthkommission spreche, wenn ich diesen Antrag unterstütze und den Kongreß ersuche, ihn anzunehmen, so wie der ähnliche Antrag angenommen wurde. DAVID BEN-GURION (Mitgl. d. Exek. — spricht hebräisch): Ich beantrage, den Vorschlag anzunehmen und die Textierung dem Präsidenten zu übertragen. VORS. PRÄS. Dr. WEJZMANN: Ich glaube, daß es nicht nötig ist, über diesen Antrag abzustimmen; er ist angenommen. BERICHTERSTATTER Dr. GOLDMANN: Ich gehe nun zum Abschnitt B über, zum Legislative Council. Es ist nicht notwendig, daß ich über den Legislative Council eine längere Rede halte. Wir haben in den entscheidenden und maßgebenden Erklärungen der Vertreter der Exekutive unsere ablehnende Stellung zum Projekt des Legislative Council in klarer und eindeutiger Weise kundgetan. Es ist dies nicht das erstemal der Fall. Seit Jahren nehmen die maßgebenden Instanzen der Zionistischen Organisation diesem Projekt gegenüber eine negative Stellung ein, und wenn es eine Frage gibt in der Politik des Zionismus, in der eine hundertprozentige Übereinstimmung unseres politischen Willens herrscht, so ist es unsere ab-