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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 626

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 626 (sequence 631)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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626 22. Kongreß-Sitzung: Bericht der Politischen Kommission BERICHTERSTATTER DR. STEPHEN WISE: Am Ende dieses Berichtes gestatte ich mir, meinen Kollegen in der Galuthkommission für die hingebungsvolle Mitarbeit herzlich zu danken. Sie hat viel dazu beigetragen, uns die schwierige Aufgabe wesentlich zu erleichtern. (Beifall.) BERICHT DER POLITISCHEN KOMMISSION. VORS. PRÄS. Dr. WEIZMANN: Wir treten nun in die Behandlung der Resolutionen der Politischen Kommission ein. Ich erteile dem Berichterstatter Dr. Nahum Goldmann das Wort. BERICHTERSTATTER DR. NAHUM GOLDMANN (Weltvercin. Allg. Zion.s Brasilien — spricht deutsch): Im Namen der Politischen Kommission werde ich Ihnen eine Reihe von Resolutionen unterbreiten. Es i>t mir eine besondere Genugtuung, konstatieren zu können, daß alle Resolutionen fast einstimmig von der Kommission angenommen wurden. Es wird uns am Ende der Diskussion eine separate Resolution der Judenstaatspartei beschäftigen; sonst aber sind alle politischen Resolutionen einstimmig beschlossen worden. Die Politische Kommission hatte Gelegenheit, in mehrtägigen Verhandlungen auf Grund sehr eingehender Referate über alle Zweige der gegenwärtigen politischen Arbeit einen Überblick zu gewinnen und dazu Stellung zu nehmen. Im Hinblick darauf, daß die Resolutionen fast einstimmig angenommen worden sind, kann ich mich auf diese wenigen einleitenden Worte beschränken. Ich verlese zunächst Antrag A der Politischen Kommission. Die Resolutionen sind in Ihren Händen (liest): A. 1. Der XIX. Zionistcnkongreß tritt in einer schweren Stunde der jüdischen t Geschichte zusammen. Die anormalen Bedingungen, unter denen' Massen von Juden in der Diaspora leben — ihre Zerstreuung in aller Welt, ihre gewaltsame Loslösung vom Boden und der Urproduktion, die politische und soziale Rückständigkeit —, verschlimmerten sich in den letzten Jahren. Der Geist des engen Nationalismus, der nach dem Weltkriege sich in einigen Staaten eingenistet hat, erschüttert die Grundlagen der ökonomischen Existenz der jüdischen Bevölkerung und stärkt die antisemitischen Kräfte. Trotz der Erschütterung der Position des jüdischen Volkes in den Ländern der Alten Welt erfolgte die Immigrationssperre in die Länder der Neuen Welt, und so wurde den Juden die Möglichkeit genommen, wie einst durch Emigration einigermaßen ihre Not zu lindern. 2. Die Katastrophe der deutschen Judenheit — die Zertrümmerung und Diffamierung dieser großen, auf einer hohen Kulturstufe stehenden und an schöpferischen Kräften reichen jüdischen Gemeinschaft, die den Höhepunkt der bürgerlichen Gleichberechtigung erreicht hatte — kam wie eine brutale Demonstration der Unsicherheit des jüdischen Lebens in der Diaspora, und vernichtete die Hoffnung großer Teile des jüdischen Volkes, einst als nationale Minderheit für immer gesicherte Existenzbedingungen zu erlangen. 3. Das Urteil, das der Zionismus über die Aussichtslosigkeit der Situation des jüdischen Volkes in der Diaspora abgegeben hat, hat sich auf tragische Weise bewahrheitet. So bewiesen die Ereignisse die Richtigkeit der vom Zionismus: proklamierten Lösung der Judenfrage. Palästina ist heute das einzige Land, das eine große jüdische Emigration aufnimmt. Das jüdische Volk hat seine Fähigkeit bewiesen, in Palästina Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Einreihung großer

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