Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 396 (sequence 399)
- Language
- German, English, Hebrew
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396 Vierzehnte Kongreß-Sitzung. Dienstag, 27. August 1935, vormittags. Beginn der Sitzung: ioUhr 45 Min. Vorsitz: Vizepräsident Jona Machower. PRÄS.-SEKR. DR. G. HERLITZ verliest Begrüßungen und geschäftliche Mitteilungen, CHAIM BADICHI (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Ich hak von der Generaldebatte nur einen Teil gehört, habe aber zwei Rednern besondere Aufmerksamkeit geschenkt, Herrn Großmann und Dr. Bo gratschoff. Herr Großmann überraschte mich nicht; seine Rede hat den alten Refrain, den wir schon jahrelang von ihm hören: „Links partei und wieder Linkspartei!44 Ueber Dr. Bogratschoff aber war ich erstaunt und fragte mich: Ist das derselbe Dr. Bogratschoff, den ich schon kannte, als er noch einen roten Tarbusch trug, ist das derselbe Dr. Bogratschoff, der Zeuge war aller Not, Sorgen und Leiden der Arbeiterpartei, während sie Position nach Position eroberte? Dieser Dr. Bogratschoff wagt es, heute hier zu sagen: Zieht die rote Fahne ein! Die rote Fahne war gut im Jahre 1921 — jetzt ist sie plötzlich schlecht? Dr. Bogratschoff sprach auch von gegenseitigem Verständnis und gemeinsamer Arbeit, und ich möchte fragen: Wie ist gemeinsame Arbeit möglich, wenn es bei den Parteien keine gegenseitige Achtung gibt, besonders vor jener Partei, die hundert Prozent ihrer Arbeit dem Aufbau des Landes weiht! Ich habe auch die Eröffnungsrede unseres Präsidenten Sokolow gehört. In vielen Farben schilderte er das Galuthleben der Juden in der Welt, doch mit keinem Worte erwähnte er die Leiden der jüdischen Gallith im Orient, Ich muß hier mit der Zionistischen Exekutive rechten. Sic hat sich über einen Beschluß des letzten Kongresses über die Regelung der Alifah Otis Jemen sowie über Beschlüsse betreffend die Hachscharah und die Einrichtung einer entsprechenden Einwanderungskommission im Jemen hinweggesetzt. In diesen zwei Jahren hatten wir mit der Exekutive schwer um die Durchführung des Kongreßbeschlusses zu kämpfen, und mehr Interpretationen, als zur Balfour- Deklaration bisher gegeben wurden, gao die Exekutive zu den Schlüssen des letzten Kongresses ab. Weiß die Exekutive, was für ein Spiel um die Zertifikate für jemenitische Juden aufgeführt wird? Hat die Exekutive eine Antwort hierauf, hat sie diese Frage untersucht? Weiß die Exekutive, in welcher Form und unter welchen Bedingungen den Jemeniten das Recht auf Ansiedlung in Eljaschiw gegeben wurde? Ich bin überzeugt, daß die Exekutive keine Antwort darauf geben kann; denn es interessiert sie nidit, ob alles in Ordnung ist, ob die Jemeniten wirklicfi all das erhalten, was sie zu bekommen haben. Die Exekutive begnügte sich mit dem Titel eines Patronats über die