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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 121

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 121 (sequence 124)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9165-3485316
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Brody Goldmann, Mossinson, Rosenblum, Sokolowy Weizmann 121 DR. HERZL ROSENBLUM (Judenst., Litauen — jüdisch); Namens der Kongreßfraktion der Judenstaatspartei beehre ich mich, die folgende Erklärung abzugeben: Wir werden gegen die Wahl Herrn Dr. Weidmanns zum Präsidenten des XIX. Zionistenkongresses stimmen. Wir sehen uns dazu durch ernste Gründe politischer und weltanschaulicher Natur genötigt. Die amtliche Erklärung Herrn Dr. Weizmanns in Berlin im Jahre 1930, derzufolge der Judenstaat nicht das Ziel der zionistischen Bewegung bilde, ist uns noch in frischer Erinnerung. Wir erinnern uns ebensogut der öffentlichen Erklärung Herrn t)r. Weizmanns in Basel im Jahre 1931, derzufolge eine jüdische Bevölkerungsmehrheit im jüdischen Lande keine Voraussetzung für die Entwicklung der jüdischen Zivilisation in Erez Israel bilde. Nun ist es unsere Ueberzeugung, daß diese und ähnliche Anschauungen in schroffem und unüberbrückbarem Gegensatz zu jenen zionistischen Grundsätzen stehen, die vom Schöpfer des politischen Zionismus verkündet wurden. Unter solchen Umständen sind wir dagegen, daß Herr Dr. Weizmann die Geschäfte eines Zionistenkongresses leitet, und erklären, daß wir diese Kandidatur bedingungslos ablehnen (Beifall bei der Judenstaatspartei). VORS. PRÄS. DR. N. SOKOLOW (hebräisch); Wir schreiten zunächst zur Abstimmung über die Wahl des Präsidenten des Kongresses. (Nach der Abstimmung); Ich stelle fest, daß mit überwältigender Majorität, einzig gegen die Stimmen der Judenstaatspartei, Herr Dr. Weizmann zum Präsidenten des XIX. Zionistenkongresses gewählt ist (Stürmischer Beifall). Ich bitte Herrn Dr. Weizmann, den Platz des Präsidenten einzunehmen. Während Dr. Weizmann durch die Reihen der Delegierten zur Kongreßtribüne schreitet, erheben sich die Delegierten und bereiten ihm eine langanhaltende Ovalion. Der Beifall erneuert und verstärkt sich, als Dr. Weizmann auf dem Platze des Präsidenten erscheint. KONGRESSPRÄSIDENT DR. CHAIM WEIZMANN: Ich danke Ihnen für die mir erwiesene Ehre und werde mich bemühen, die Geschäfte des Kongresses in der gewohnten Tradition und nach den Prinzipien der Demokratie zu führen. Vor allem möchte ich in dieser Stunde dessen gedenken, der so lange Jahre unsere Kongresse mit Geschick und Würde geführt hat, unseres Freundes Motzkin, der nicht mehr unter uns ist. (Der Kongreß erhebt sich zum Zeichen des Gedenkens.) Der Kongreß steht vor schwierigen Aufgaben, und es wird von der Arbeit dieses Kongresses wesentlich abhängen, welche Fortschritte unsere Arbeit im Lande in den nächsten Jahren machen wird. Damit dieser Kongreß seine Arbeit erfolgreich durchführe, ist es wesentlich, daß die Zusammenarbeit zwischen dem Präsidenten und den Delegierten und sogar den Gästen gesichert werde. Ruhe, Ordnung und Würde sind geboten. Ich zweifle nicht daran, daß alle Delegierten und alle Gäste von dem Bewußtsein dieser Pflicht durchdrungen sind.

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