Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 300 (sequence 300)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476290--8707-3484857- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
300 g. Kongreßsitzung: Generaldebatte volutionieren und ein Leben der Arbeit in Erez Israel zu beginnen? Suprasky erzählt uns, daß ein Arbeiter heute in Tel Aviv i bis i1/2 Pfund täglich verdient. Ich könnte ihm viele Fälle aufzählen, wo man selbst in Tel Aviv nur 10, 15 und selbst 8 Grusch verdient. Es gibt Menschen, die kein Interesse für solche Arbeiten haben. Wenn wir aber in Eres Israel ein arbeitendes Volk schaffen wollen, dann müssen wir alle Arbeitszweige erobern. Ihr könnt sagen, daß diese zentausendköpfige Armee nicht genügend vorbereitet sei und daß man die Hachschara verbessern müsse. Zugegeben — aber man muß sich bei aller Kritik vor Augen halten, daß diese Scharen die Grundlage sind, auf der wir bauen müssen, wenn wir einen Judenstaat haben wollen. Jedes andere Volk, das ein solches Heer hätte, würde seinen Ehrgeiz darein setzen, es zu stärken, zu organisieren, es fester zusammenzuschließen, denn im Kampf ist Einheit und Organisation die wichtigste Vorbedingung des Erfolges. Statt dessen hören wir auf diesem Kongreß nur kleinliche Vorwürfe und Beschuldigungen. Die Bewegung muß zur Erkenntnis kommen, daß der Chaluz unsere Stütze, unsere Hoffnung und unsere Zukunft ist. Heute, wo wir von einer Volkseinwanderung sprechen — und wir wollen eine Volkseinwanderung, wir wollen, daß Juden aus allen Volksschichten nach Palästina kommen — heute müssen wir mehr als je dessen eingedenk sein: Wenn wir nicht dafür sorgen, in diesem wogenden Meer, das die wirtschaftlich, sozial und kulturell verschiedenartigsten Elemente enthält, uns Stützpunkte zu sichern, die über den jüdischen, hebräischen, kulturell, national und sozial gebundenen Charakter des Jischuv wachen, drohen uns große Gefahren. Bedenken Sie, wir leben in einem Levanteland; wir verlangen das nicht aus parteiischen, sondern aus zionistischen Gründen. Wenn wir nicht dafür sorgen, daß wir eine Kraft haben, welche die Entwicklung dieses Dranges lenkt, dann setzen wir nicht nur unsere ferne Zukunft, sondern auch unser Heute und Morgen einer großen Gefahr aus. Möge der Kongreß in diesem schweren Moment durchdrungen sein von dieser großen Verantwortung gegenüber Volk und Land! [Lebhafter Beifall.) PRÄSIDIALSEKRETÄR Dr. GELBER: Ohne Erlaubnis des Kongreßpräsidiums dürfen Aufrufe oder schriftliche Mitteilungen im Saale oder Gebäude des Kongresses nicht verteilt werden. Alle derartigen, zur Verteilung bestimmten Publikationen müssen von den Fraktionen dem Kongreßpräsidium zur Bestätigung vorgelegt werden. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Das Kongreßpräsidium hat beschlossen, Ihnen vorzuschlagen, den Radikalen und Revisionisten noch je einen Vertreter im Permanenzauschuß zuzuerkennen. Die Allgemeinen Zionisten Amerikas sollen das Recht auf zwei Vertreter haben. Da dagegen kein Protest erhoben wird, gilt der Vorschlag des Kongreßpräsidiums als angenommen. Die Plenarsitzung ist geschlossen. Um 4 Uhr nachmittags treten die Kommissionen zusammen. Schluß der Sitzung 14 Uhr 30 Min.