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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 131

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 131 (sequence 131)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Schechtmann, Brod, Großmann 131 Als Präsident Leo Motzkin den Vorsitz übernimmt, bereitet ihm der Kongreß eine stürmische Ovation. Auch die einzelnen Vizepräsidenten werden mit lautem Beifall empfangen. VORS. PRÄS. MOTZKIN (spricht hebräisch): Geehrter Kongreß, in meinem Namen sowie im Namen meiner Kollegen danke ich allen, die uns gewählt haben. Ich hoffe, daß auch jene, die ihre Stimme nicht für mich abgegeben haben, schließlich und endlich doch mit dieser Wahl einverstanden sein werden. Gibt es doch unter diesen meinen Gegnern Leute, die mir privat versicherten, daß sie nicht gegen diese Wahl seien. Ich hoffe, daß sie dies bald auch offiziell eingestehen werden. Ich werde mich wie immer bemühen, die Verhandlungen in objektiver Weise zu leiten, und ich werde sofort vergessen, daß es hier Menschen gibt, die gegen mich gestimmt haben. Das ist ja schließlich ihr gutes Recht. Wir gehen nun zur Tagesordnung über. Das Wort hat Herr Meir Großmann zu einer Erklärung in Bezug auf die eben durchgeführten Wahlen. MEIR GROSSMANN (Demokrat, Rev., A.C. — spricht jüdisch): Unsere Gruppe hat sich in Uebereinstimmung mit unserer früheren Erklärung an den Wahlen nicht beteiligt. Wir haben nicht für und nicht gegen diesen oder jenen Kandidaten gestimmt, weil wir diese ganze Prozedur als unmöglich, als Bruch jeder zionistischen Tradition betrachten. Wir wollen nicht durch Beteiligung an dieser Wahl sanktionieren, was heute hier vorgefallen ist. Zum ersten Mal, seit der Kongreß besteht, hat eine Partei ihren Druck ausgenützt, um ein Präsidium — nicht des Kongresses — sondern von zwei Parteien zu schaffen (Beifall). Wir werden im Interesse des Kongresses alles tun, daß der Kongreß weiter normal arbeiten kann, aber wir erklären, daß unser Vertrauen zum Präsidium bedingt ist. Denn es ist ein einseitiges Präsidium, von zwei Fraktionen gegen einen großen Teil dieses Kongresses gerichtet, und wir erheben Protest dagegen (Beifall). Dr. JOSEF SCHECHTMANN (Rev., Südafrika — spricht jüdisch): Der Kongreß hat mit einer Zufallsmehrheit von zwei Stimmen ein selbstverständliches elementares Prinzip, daß im Präsidium eines nationalen Parlamentes alle Parteien vertreten sein müssen, verletzt. So habt ihr ein Rumpfpräsidium (Zwischenruf von der Linken: Besser ein Rumpf präsidium als ein Sumpf präsidium!) geschaffen, das unser Vertrauen nicht genießt.-Wir haben damit einen Vorgeschmack bekommen von der Art, wie hier gearbeitet werden soll. Ihr werdet einmal bitter bereuen, was ihr hier begonnen habt. Wir haben kein Vertrauen zu diesem Präsidium, wir tragen hiefür keine Verantwortung. Das ist die Erklärung, die ich mit einem bitteren Gefühl abzugeben gezwungen bin. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Damit sind die Erklärungen beendigt. Das Präsidium wird dem Kongreß genug Gelegenheit geben, zu zeigen, ob es Vertrauen verdient oder nicht. 9*

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