Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 525 (sequence 528)
- Language
- German, English, Hebrew
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5*5 B* Die Verhandlungen des Council* Erste Council^Sitzung* Dienstag, 14. Juli 1931, abends. Beginn der Sitzung 20 Uhr 30 Min. Vorsitz: Dr. Cyrus Adler. VORS. Dr. CYRUS ADLER (Amerika — spricht englisch): Daß in meine Hände die Aufgabe gelegt wurde, diese zweite Tagung des Council der Jewish Agency zu eröffnen, geht zurück auf zwei Schicksalsschläge, von denen wir betroffen wurden. Bei Ihrer ersten Zusammenkunft wählten Sie zum ersten Vorsitzenden dieses Rates Louis Marshall und zum zweiten Vorsitzenden Lord Melchett. Diese beiden großen Männer sind seither abberufen worden zu der Jeschiwah schel Ma'alah. Ihre Verdienste und ihr Andenken werden in dieser Sitzung noch gewürdigt werden. Ich konnte unsere Tagung nicht eröffnen, ohne dem Gefühl meines eigenen Schmerzes Ausdruck zu geben, einem Gefühl, das auch die Herzen von Ihnen allen erfüllt. Nur als ein zeitweiliger und unwürdiger Nachfolger dieser zwei Großen stehe ich heute an dieser Stelle. Als die Verfassung der Jewish Agency am 14- August 1929 in der Nachbarstadt Zürich unterzeichnet wurde, durfte niemand vermeinen, daß diese neugeschaffene Erweiterte Agency bei ruhiger See vom Stapel lief, aber wir waren von einer starken Hoffnung geleitet, daß hier etwas geschehen sei, was nicht nur dem Wohle Palästinas förderlich sei, sondern letzten Endes die versprengten Glieder des Hauses Israel zu einem neuen und verjüngten Körper vereinigen würde. Diese repräsentative Versammlung vor zwei Jahren erweckte selbst in Unenthusiastischen die Hoffnung, daß viele Männer und Frauen von verschiedenen Gesinnungen sich vereinen würden im Aufbau der nationalen Heimstätte für das jüdische Volk im heiligen Lande. Daß eine solche Vereinigung nicht durch die bloße Unterzeichnung eines Dokumentes Zustandekommen würde, war klar. Man wußte, daß geduldige Arbeit in allen Teilen der Welt notwendig war, um Meinungsverschiedenheiten zu überwinden und geeinte Hilfe zu schaffen. Kaum hatten sich die Mitglieder der Versammlung zu ihren Wohnsitzen verstreut, da kamen die Nachrichten von den Unruhen und Pogromen. Und statt sich konstruktiver Arbeit widmen zu können, wurden ihre Energien in Anspruch genommen, um Wunden zu verbinden. Der Hilfsfonds wurde geschaffen, und die großzügige freiwillige und augenblickliche Antwort auf diesen Appell, heute vielleicht von manchen vergessen, soll als eine Erinnerung bewahrt werden, daß sich allerorten die besten Instinkte des jüdischen Volkes zum Ausdruck brachten. Die Unruhen vom August 1929 hatten eine andere schwierige Entwicklung zur Folge. Es kam der Bericht der Shaw-Kommission, der Ende März 1930 eintraf, als sich eben das Administrativkomitee in London versammelt hatte; dann folgte die Untersuchung von Sir John Hope Simpson, sein Bericht und sein