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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 605

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 605 (sequence 743)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7755-3483903
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Kisch, Low 605 ja im Gegenteil, wir haben sie gesucht. In dieser Beziehung wurde die zionistische Haltung oft missverstanden. Jeder Zionist begreift, dass Seite an Seite mit unserer öffentlichen Entwicklung ein Maximum jüdischer Initiative jeglichen Charakters in Palästina vorhanden sein muss, aber diese Privatinitiative muss geführt und mit unserer öffentlichen jüdischen Entwicklung koordiniert werden, und Dr. Lee K. Frankel hat dieser Haltung seine volle Zustimmung gegeben. Ich möchte Ihnen, meine Damen und Herren, zum Schluss eine Anekdote erzählen, auf die Chaim Nachman Bialik gelegentlich des fünfundzwanzigjährigen Jubiläums des Keren Kajemeth Leisrael bei einer Feier in Jerusalem anspielte. Ein Professor der Physiologie sprach in der Vorlesung über die Beziehung zwischen Physiologie und Psychologie und fragte seine Studenten, wie viel Boden ein Mensch unter seinen Füssen haben müsse, um sich sicher zu fühlen. Es genügt ihm nicht, so viel Boden zu haben, dass er gerade darauf stehen kann, denn wenn er dann fiele, würde er in den leeren Raum fallen. Um sich sicher zu fühlen, muss er das Bewusstsein haben, dass sich der Boden rings um ihn in jeder Richtung mindestens bis zur Länge seiner eigenen Gestalt erstrecke, so dass er, wenn er stürzt, nicht in den leeren Raum fällt. Dies, meine Damen und Herren, erklärt das Gefühl der Unsicherheit, das die Juden bis zum heutigen Tage in jedem Lande empfunden haben. Wir haben nicht so viel Boden unter den Füssen, wie es unserer Grösse entspricht, wir haben nicht genug Boden unter den Füssen, um ein Gefühl der Sicherheit zu haben. Wenn wir das neue jüdische Palästina bauen, so bin ich überzeugt, dass die erweiterte Jewish Agency mit all ihrer Kraft und mit all ihren Mitteln suchen wird, einen Bau zu errichten, der der Grösse unseres Volkes entspricht, würdig unserer Zukunft, würdig unserer Vergangenheit und unserer Ideale für die Zukunft. (Beifall.) GENERALDEBATTE Oberrabiner Immanuel Low (Ungarn — spricht deutsch): Ich habe das Gefühl, vor einer Zusammenkunft von Königen zu sprechen. Ich muss darum, wenn ich hier das Wort ergreife, es begründen. Zwei hervorragende Abgeordnete in Ungarn haben erklärt, dass ich hier nur als Person erscheine, aber nicht die ungarischen Juden vertrete. Ich vertrete im ungarischen Oberhaus mit meinem ehrwürdigen Kollegen Koppel Reich die ungarischen Juden. Hier vertrete ich, geehrte Versammlung, den ungarischen Verein Pro Palästina, eine Gründung meines jüngst verstorbenen Neffen Karl Baracs. Es ist ein Zeichen von naiver Verblendung, wenn man es mit dem ungarischen Patriotismus für unvereinbar erklärt, dass man sich um die Angelegenheiten des Gesamtjudentums kümmert. (Beifall.) Unser verehrter Führer Weizmann hat hervorgehoben,

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