Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 597 (sequence 735)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann, Frankel 597 KORREFERATE ÜBER DIE AUFGABEN DER AGENCY Dr. Lee K. Frankel (Amerika — spricht englisch): Meine Damen und Herren! Der Bericht der Joint Palestine Survey Commission" liegt gedruckt vor und ist im Handel. Ich habe ein Exemplar vor mir und will darum nicht versuchen, diesen Bericht ausführlich zu erörtern. Ich will mich bloss auf eine Betrachtung der Grundtatsachen beschränken, die durch die Arbeit der Kommission festgestellt wurden. Die Agency muss zwei grundlegende Umstände in Rechnung ziehen: einerseits die Grösse des Landes, anderseits die Zahl und Art der Bevölkerung. Dr. Weizmann sagte Ihnen, Palästina sei ein kleines Land. Das ist richtig, es umfasst insgesamt 8800 Quadratmeilen, rund 6 500 000 Acres, und davon sind höchstens drei Viertel anbaufähig. Von der gesamten anbaufähigen Fläche liegen etwa eineinhalb Millionen Acres in den Tälern und sind bewässerbar, vorausgesetzt, dass man genügend Wasser findet; der Rest liegt auf den Gebirgen und kann nur durch Aufforstung kulturfähig gemacht werden. Wir haben es also im wesentlichen mit einem relativ kleinen Lande zu tun, mit bestimmten begrenzten Möglichkeiten, die wiederum von bestimmten Bedingungen abhängen, worunter die wichtigste heute die Beschaffung ausreichender Wassermengen ist. Es liegen keine Statistiken über Ausmass und Möglichkeiten der Wasserbeschaffung vor. Eine der ersten Aufgaben der Agency wird es sein, der britischen Regierung und der Palästina-Regierung klarzumachen, w;e notwendig eine entsprechende hydrographische Aufnahme des ganzen Landes zwecks Feststellung der Bewässerungsmöglichkeiten ist. Die Kommission hatte auf Grund der Expertenberichte den Eindruck, dass es mehr Wasser in Palästina gibt, als es zunächst den Anschein hat, dass es verborgene Quellen und Flüsse gibt, die man nicht kennt, und dass die Bewässerungsmöglichkeiten mit dem Fortschritt der Aufforstung auch noch wachsen werden. So viel über das Land. Was nun die Bevölkerung anlangt, so gibt es rund 160 000 Juden, rund 600 000 Araber und 75 000—100 000 Christen. Ein wichtiges Problem für die Agency ist das Zahlenverhältnis zwischen Juden und Arabern. Die Situation ist folgende: Die Geburtenziffer der Araber ist so hoch, dass trotz der gegenüber den Juden weit höheren Mortalität der natürliche Bevölkerungszuwachs der palästinensi-