Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 381 (sequence 519)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rothenberg, Arlosoroff 381 Nichtzionisten bei den Verhandlungen über diesen Punkt kennen zu lernen. Sie erklärten, sie fühlten, dass sie eine feierliche Verpflichtung und grosse Verantwortung bei ihrer Zusammenarbeit mit den Zionisten übernähmen, und man solle daher die Wichtigkeit harmonischer Zusammenarbeit stärker unterstreichen, als die leichte Möglichkeit der Trennung. Wie verschieden auch unsere Meinung über den Text des Paragraphen sein mag, ihr Standpunkt spricht für den Ernst ihrer Absichten. Wir haben sechs Jahre verhandelt. Wenn wir auch weitere sechs Jahre verhandeln würden, käme kein vollkommenes Dokument zustande. Wir haben aber eine Vereinbarung vorgelegt, die die Grundlage für aufrichtige Zusammenarbeit ist, wenn sie nicht durch übereilte und unrichtige Schritte zerstört wird, eine Vereinbarung, die all das möglich macht, was wir wünschen. Man hat viel davon gesprochen, wie viel Geld unsere neuen Partner aufbringen werden. Ich weiss nicht, wie viel sie aufbringen werden. In sehr hohem Mass wird es von der Begeisterung abhängen, die wir ihnen einflössen. Aber ich glaube, es ist nicht nur Geld, was wir brauchen. Wir brauchen Menschen, die Kenntnis und Erfahrung mitbringen und unserer Bewegung erhöhtes Ansehen schaffen. Wenn sie sich mit unsern eigenen grossen Kräften verbinden, kann so unsere Bewegung wachsen, bis sie das ganze jüdische Volk umfasst. Zweifellos werden sie viel von uns zu lernen haben, aber ich glaube, auch wir können noch manches von ihnen lernen. Die Opposition forderte jene, die dem Kongress die Annahme der Konstitution und damit die Schaffung der Agency empfehlen, vor den Richterstuhl der Geschichte. Die Vertreter des Gedankens der erweiterten Jewish Agency können diese Herausforderung mit ruhigem Gewissen annehmen, denn sie wissen: ob ihre Bestrebungen zum Erfolg führen oder nicht, kann es nur ein Urteil geben: sie haben die Entwicklung und Grösse Palästinas über alle andern Erwägungen gestellt und haben ehrlich und mit voller Hingabe und Treue zu den zionistischen Prinzipien eine Vereinigung aller jüdischen Kräfte für die Verwirklichung des Ideals des jüdischen Volkes herbeizuführen gesucht. Wer ist unter uns, der bereit wäre, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass die Geschichte einmal feststellen wird, dass dem Kongress in dem Augenblick, wo er versuchte, die zerbrochenen Trümmer unseres Volkes zu einem Bund der Arbeit und Liebe für Palästina zusammenzubinden, der goldene Faden aus den Händen gerissen wurde? Die Zionistische Organisation wusste ihre Feinde zu überwinden. Sie muss und sie wird auch mit ihren Freunden zu arbeiten wissen. Dr. Ch. Arlosoroff (A. C, Hitachduth — zur Geschäftsordnung) : Ich habe Herrn Rothenberg nicht unterbrechen wollen, aber ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was hier eigentlich vorgeht. Eröffnen wir