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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 330

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 330 (sequence 468)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7480-3483628
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330 12. KONGRESS-SITZUNG: Referate über hebr. Kulturarbeit in der Diaspora religiös sind oder nicht religiös, wie dies in Erez Israel der Fall ist. Wir wollen die Grundlagen für die Entwicklung dieser Schulen schaffen und daher glauben wir, dass die Zeit gekommen ist, um dem Kongress ein<m Vorschlag über die Errichtung eines besonderen Departements für die hebräische Kulturarbeit im Galuth innerhalb der zionistischen Exekutive zu unterbreiten. (Beifall.) Wir glauben auch, dass die Zeit gekommen ist, wo man dem Kongress vorschlagen sollte, einen besonderen Fonds für die Kulturarbeit im Galuth zu schaffen. (Zwischenruf von Seiten des Misrachi: Das wird nicht zustande kommen.) Herr Rabbiner, vieles wovon Sie und Ihre Genossen gesagt haben, dass es nicht zustande kommen wird, ist zustande gekommen und entwickelt sich. Nicht nur dies, Sie selbst führen diese Arbeit durch. Und so wird auch der erwähnte Fonds zustande kommen. Vielleicht wird es nicht in diesem Jahre geschehea, vielleicht wird der Kongress nicht sofort einen Beschluss über die Errichtung eines solchen Fonds fassen. Wir fordern das gar nicht. Wir verlangea nur, dass der Kongress die zionistische Exekutive beauftrage, einen Plan, einen konkreten Vorschlag und Statuten auszuarbeiten. Dieser Vorschlag und die Statuten sollten dem Aktionskomitee zur Bestätigung übermittelt werden. Ich glaube, dass der erste Vorschlag wegen der Errichtung eines besonderen Departements keiner Begründung bedarf. Ich werde dah»r nur den zweiten Vorschlag begründen. Die Erziehungsarbeit erfordert viel Geld. In unseren Schulen im Galuth werden mehr als 50 000 Kinder erzogen, das Dreifache der Schülerzahl in Erez Israel. Für die Erziehung dieser Kinder brauchen wir grosse Mittel. Wenn nicht der Joint seiae Subventionen gegeben hätte, so wären an vielen Orten diese Schulen nicht gegründet worden. Weil nun aber in Amerika die Kreise der Jiddischisten und der Orthodoxen einen Druck ausüben, während der Gegendruck von Seiten der Zionisten fehlt, verringert der Joint seine Subvention für die hebräische Kulturtätigkeit immer mehr. Ich möchte in diesem Zusammenhange noch eines bemerken. Der zionistische Vater beginnt seine Geduld zu verlieren. Er hat gehofft, dass zum Beispiel in einer gewissen Zeit die hebräischen Gymnasien die gleichen Rechte wie die Regierungsgymnasien erhalten werden. Und wenn nun zehn Jahre verstrichen sind, die Rechte noch nicht erzielt wurden und er sieht, dass der Kampf noch andauert, so verliert er seine Hoffnung und sucht einen praktischen Ausweg. Dieser Ausweg kann nur in der Anpassung liegen. Wir kennen aber einen Fall, wo die Jugend die hebräische Schule gegen ihre eigenen Väter in Schutz genommen hat. In Baranowicz haben die zionistischen Väter ein hebräisches Gymnasiuai in ein polnisches verwandelt. Die Schüler von klein bis gross streikten und wollten sich den Eltern nicht fügen, sondern kämpften für die nationale Idee. Und wenn wir so weiter gehen werden und die junge Generation sich für die hebräischen Schulen einsetzt, dann kann man hoffen, dass diese Schule sich wirklich im jüdischen Leben verwurzeln wird.

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