Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 320 (sequence 458)
- Language
- German, English, Hebrew
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320 11. KONGRESS-SITZUNG: Debatte über die Palästina-Referate Tieren, die, wenn man sie angreift, sich verteidigen. (Beifall.) Er hat auch dagegen protestiert, dass wir gewagt haben, unser Veto auszusprechen. Meine Herren, ich habe nicht die Verfassung des Keren Kajemeth zusammengestellt. Das haben meine Vorgänger, die Begründer des KKL, getan. Und sie haben ausdrücklich festgesetzt, dass der Exekutive ein Vetorecht zusteht. (Zwischenruf Locker : Antworten Sie doch sachlich und nicht formeil.) Solange der Exekutive ein Vetorecht zusteht, ist es Pflicht der Exekutive, alle Geschäfte des KKL, welche vor sie kommen, zu revidieren und in notwendigen Fällen von dem Vetorecht Gebrauch zu machen. (Zwischenruf der Linken: Aus welchem Grunde haben Sie in diesen Fällen das Vetorecht ausgeübt?) Ich werde es Ihnen sagen. Es gehörte ein Stück Land in Rechawja einem Meschek Poaloth. Das Land brauchte er nicht mehr, weil er auf ein anderes Stück Land übersiedelte. Eine Hypothek von 400 Pfund lag auf dem Land, und er schlug vor, das Land dem Keren Kajemeth zu übergeben unter der Bedingung, dass der Keren Kajemeth die Hypothek übernehme. Dieser Vorschlag wurde vom Direktorium des Keren Kajemeth angenommen, von uns aber wurde Veto eingelegt. (Zwischenruf Ussischkin : Wie gross war der Wert des Bodens?) 1400 Pfund. Wäre es zu einer Zeit, da man überhaupt kein Geld hatte für landwirtschaftlichen Boden, im Interesse des Keren Kajemeth gewesen, ein solches Stück Boden zu kaufen? Man spricht von einem Wert von 1400 Pfund. Es ist gar nicht wahr, dass der Boden 1400 Pfund für den Keren Kajemeth wert ist, weil der Keren Kajemeth ihn nicht verkaufen kann. (Zwischenrufe links: Das ist ein Glück, sonst hättet ihr ihn verkauft, um Schulden zu bezahlen.) Man hätte dafür Steuer zahlen müssen. Ich bin der Meinung, dass das kein Geschäft für den Keren Kajemeth war. Ein zweiter Fall. Harzfeld hatte einen südafrikanischen Herrn gefunden, welcher Orangenpflanzungen hatte. Er ist zu ihm gegangen und hat gesagt: Wenn Sie bereit sind, einen gewissen Teil des Ankaufspreises dem Keren Kajemeth zu guten Bedingungen zu leihen, dann wird der Keren Kajemeth kaufen und die zionistische Exekutive wird Arbeiter darauf ansiedeln. So kauft man nicht eine Bodenreserve und so löst man nicht das Ansiedelungsproblem. Und wenn ein solcher Fall wiederkäme und ich, was wahrscheinlich nicht der Fall sein wird, wieder der Exekutive angehörte, dann würde ich dasselbe tun. (Zwischenruf Berl Katznelson: Hoffentlich werden Sie nicht in der Exekutive sitzen.) Herr Soskin hat erklärt, dass das englische Parlament ein Gesetz angenommen hat, das die Möglichkeit gibt, Anleihen auch für die Entwicklung Palästinas zu geben. Ich bin mit der englischen Politik jetzt nicht so vertraut wie vor Jahren. Aber ich verstehe es so, dass diese Anleihe nicht Privatpersonen, sondern Regierungen gegeben wird, und das bedeutet für uns einen grossen Unterschied. Eine Anleihe für die Palästina-Regierung ist nicht dasselbe wie eine Anleihe für unsere jüdischen Arbeiter. Es kann