Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 440)
- Language
- German, English, Hebrew
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302 11. KONGRESS-SITZUNG: Debatte über die Palästina-Referate wurde nicht gegeben. Wir haben die Exekutive aufgefordert, in dieser Sache Schritte zu unternehmen. Sie hat sich an den High Commissionsr gewandt. Der Beschluss wurde jedoch nicht geändert. Wir wollten, die Exekutive sollte weiter im Colonial Office intervenieren. Die Antwort der Exekutive war, man werde in London keinen Erfolg haben und empfehle uns, keine weiteren Schritte zu unternehmen. Wir haben in London aus eigenen Kräften Schritte unternommen, haben durch den High Commissioner ein Memorandum in London überreicht und haben vor einigen Tagen ein Telegramm erhalten, nach welchem die Deportation zurückgenommen ist. Eine Sache, über die etwas mehr gesprochen werden muss, ist die Stellung Sachers und der Exekutive zum Keren Kajemeth, zum Problem des jüdischen Bodens. Wir sind Agrarzionisten, ja wir sind Agrarsozialisten. Der Abgrund zwischen der jüdischen Arbeiterschaft und der Exekutive ist nicht bloss durch die Schwierigkeit der Zusammenarbeit und durcn die Missverständnisse in allen diesen Kleinigkeiten entstanden, sondern hauptsächlich deshalb, weil die Exekutive sich erlaubt hat, die Arbeit des Keren Kajemeth durch ihr Veto zu stören und ihre Hand auf ihn >u legen. Man beantwortet uns nicht die Frage, warum sich die Exekutive das Recht nimmt, dem jüdischen Nationalfonds zu verbieten, Boden zu kaufen. Ich bin immer für die Agency gewesen, aber nun ist die Frage des Keren Kajemeth und des Bodens gekommen und ich habe gesagt, dass sie der Prüfstein für die Agency ist. Bei aller Schätzung der persönlichen Fähigkeiten der Mitglieder der Exekutive muss ich sagen, dass, wer gegen den nationalen Boden in Erez Israel ist, die Prüfung auf zionistische Verantwortlichkeit nicht bestanden hat. Del. Dr. S. Soskin (Revisionist — spricht deutsch): Es ist nicht meine Absicht, über Kolonisationsmethoden zu sprechen, und ich will auch keine Kritik üben. Im Gegenteil, ich habe die Absicht, Herrn Sacher meine Anerkennung auszusprechen im Hinblick darauf, was ich über seine Absichten gehört habe und über die Schlussfolgerungen, die er aus den Erfahrungen der Vergangenheit gezogen hat, dass er nämlich in Zukunft für die Kolonisation möglichst bewässerten Boden in Anspruch nehmen will, dass er die Kolonisation möglichst auf die Küstenebene verlegen will. Das klingt sehr schön; wenn es aber zur Tat kommen soll, so hören wir wieder, dass man die Anbauflächen vergrössern will, dass man die Getreidekultur fortsetzen will, dass man 150 bis 200 Dunam braucht. Das bedeutet zu allernächst eine Verteuerung und gibt überdies keine Sicherheit, dass die erzielten Erträge einen europäischen Siedler befriedigen können.