Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 435)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ostrowsky, Baratz 297 misrachisten auf dem Standpunkte unseres Schulwesens stehen. Wir verlangen nur Toleranz und wir bitten: Vertreibet nicht die einzige religiöse Partei, die sich in der zionistischen Partei gebildet hat, Ihr dürft es nicht tun gerade in dem Momente, wo Ihr daran geht, alle Schichten des Judentums zu vereinigen. (Beifall.) Del. J. Baratz (Hitachduth — spricht hebräisch): Wir stellten an die zionistische Leitung eine Forderung, die wir immer wieder erneuert haben und auch jetzt wiederholen: Wir forderten und fordern, dass man in uns Teilhaber an einem Werke, Gefährten auf einem Wege zu einem gemeinsamen Ziel sehen solle. Ein solches Verhältnis haben wir nicht erreicht. Das fand seinen Ausdruck bei allen Gelegenheiten, bei denen wir im Laufe der letzten zwei Jahre mit der zionistischen Exekutive zusammentrafen: in den Verhandlungen über die lebenswichtigsten Angelegenheiten, über die Fragen der Arbeit, der Kolonisation, des Bodens, der Alijah. Das Verhältnis der Exekutive zu uns, zum ganzen Jischuw hat uns oft an das Administrationssystem des Barons erinnert, das wir vor zwanzig Jahren so heftig bekämpften. W\sv die Verhältnisse seit Beginn der zionistischen Arbeit kennt, der weiss, dass man sich noch niemals so zu dem Jischuw und zu den Arbeitern verhalten hat. Es gab nur eine solche Epoche, als wir ins Land kamen, vor etwa 20 und 25 Jahren. Während jener Epoche der Beamtenschaft des Barons wurden die Kolonisten wirklich nur als Interessenten betrachtet, und der Beamte des Barons wusste nur eins: dass die Kolonisten immer mit Forderungen kommen und dass er immer abzulehnen, immer Nein zu sagen hat. Das Verhalten der zionistischen Exekutive in den letzten zwei Jahren hat viele Aehnlichkeit mit dem System jener Zeit. Das gilt insbesondere für die Angelegenheiten der Kolonisation. Man sprach mit uns nicht wie mit Menschen, mit denen man gemeinsame Interessen hat, sondern wie mit Leuten, die nur als Interessenten kommen, die ihre Forderungen immer übertreiben und denen gegenüber man sich bemühen muss, diese Forderungen herabzudrücken. Ein solches Verhältnis konnte kein Vertrauen schaffen und es scheint mir, dass diese Stellungnahme zu der letzten zionistischen Exekutive nicht nur für die Arbeiterschaft gilt, sondern für den ganzen Jischuw in Palästina (Zwischenruf: Sehr richtig). Was bedeutete die zionistische Exekutive in den Augen des Jischuw? Wo war ihre Stimme vernehmbar? Wo hat man ihren Worten Aufmerksamkeit geschenkt? Wo ist sie erschienen und in welchen Fällen ist man zu ihr gekommen? Hat man sich überhaupt um die zionistische Exekutive gekümmert? Herr Sacher rühmte sich in seinem Referate, die Mitglieder der Exekutive hätten in ihrem Verhältnis zum Jischuw folgende Stellung eingenommen: sie hätten sich nicht an Versammlungen beteiligt, sie hätten nicht an Demonstrationen teilgenommen und hätten nicht in der Presse