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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 270

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 270 (sequence 408)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7420-3483568
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270 10. KONGRESS-SITZUNG: Referat über Jewish Agency und Keren Hajessod stärksten Willen, die Kosten des Erziehungswesens und des Sanitätswesens auf die Schultern der palästinensischen Regierung und der jüdischen Bevölkerung Palästinas und ihrer Selbstverwaltungskörper abzuwälzen, wird noch eine Reihe von Jahren vergehen, bis auf diesem Teilgebiet unserer Politik ein durchgreifender Erfolg erzielt werden kann und bis der Aufbau der jüdischen Selbstverwaltungskörper in Palästina weit genug vorgeschritten ist Immerhin ist die entscheidende Frage für die Notwendigkeit eines zentralen Fonds, ob solche nationalen Kapitalien in der Zukunft für die Entwicklung der landwirtschaftlichen Kolonisation und im Zusammenhang damit für die Immigration selbst mit ihren mannigfachen Bedürfnissen gebraucht werden. Die landwirtschaftliche Kolonisation wird in Zukunft noch stärker als bisher als der entscheidende Teil des Aufgabengebietes des Keren Hajessod in die Erscheinung treten. Denn sowohl die Mehreingänge, die für die nächsten Jahre erwartet werden, als auch die Summen, die jetzt noch zur Tilgung älterer Verpflichtungen aufgewandt werden müssen, werden sämtlich für Zwecke der landwirtschaftlichen Kolonisation frei werden. Die Privatinitiative hat nun in der Tat in der letzten Zeit auch auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Kolonisation eine rührige Tätigkeit entfaltet. Es ist aber kein Zufall, dass sie sich fast ausschliesslich auf den zurzeit sehr rentablen Pflanzungsbau und auf die Umgebung älterer landwirtschaftlicher Punkte beschränkte. Wo die Privatinitiative darüber hinausgegangen ist, hat sie Anlehnung an den Keren Hajessod und teilweise an den Keren Kajemeth suchen müssen. Diejenige landwirtschaftliche Kolonisation, welche grosse Flächen und neue Landstriche in ihren Bereich zieht und für welche infolgedessen neue allgemeine Einrichtungen notwendig sind, die ja erst die Voraussetzungen für die Landwirtschaft schaffen — diese Landwirtschaft kann nirgends auf der Welt ohne weitgehende Förderung durch die Allgemeinheit entstehen. Und hier hat die Jewish Agency noch auf lange Zeit hinaus die Rolle des Staates zu spielen und braucht daher neben einem starken Keren Kajemeth auch einen entsprechend stärkeren Keren Hajessod. Heute muss der Keren Kajemeth für jeden Siedler ein Viertel, der Keren Hajessod drei Viertel des erforderlichen Kapitals zur Verfügung stellen. Hieran wird sich für den unbemittelten Siedler auch in Zukunft nicht viel ändern. Denn etwaige Ersparnisse der Siedler aus der Zeit vor der Ansiedlung werden immer nur einen Bruchteil der heute erforderlichen Summe von 1200 Pfund betragen. Aehnliches wird auch für etwaige bemittelte Siedler der Zukunft gelten. Denn auch deren Kapital wird ja meist nicht ausreichen, um die gesamten Anlagekosten zu decken. Hoffentlich wird in einiger Zeit ein Teil der erforderlichen Kapitalien in mehr kaufmännischen Formen durch eine landwirtschaftliche Hypothekenbank gegeben werden können. Aber die Finanzierung dieser Hypothekenbank wird für die erste Zeit wiederum nicht ohne Zuhilfenahme nationalen Kapitals erfolgen können. Und wenn es

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