Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 394)
- Language
- German, English, Hebrew
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256 10. KONGRESS-SITZUNG: Bericht der Palästina-Exekutive traf. Diese Verordnung wurde zurückgezogen, und obwohl nicht behauptet wird, dass dies in vollem Umfange der Intervention der Palästinaexekutive zu verdanken ist, so ist es wenigstens teilweise das Ergebnis dieser Intervention. Nach der Intervention versicherte der Oberkommissar Vertretern von Tel-Aviv, dass er zu ihrer Verwaltung volles Vertrauen habe und ihre Bemühungen, die Angelegenheiten Tel Avivs zu ordnen, sehr schätze. Es ist ebenfalls allgemein bekannt, dass die Finanzen von Tel- Aviv einige Jahre sich in sehr schwieriger Lage befanden. Von Zeit zu Zeit war man an die Regierung herangetreten, um ihre Hilfe bei der Reorganisierung der Finanzen in Anspruch zu nehmen. Als Ergebnis einer Intervention der Palästinaexekutive und mit ihrer aktiven Hilfe hat die Regierung einen Plan ausgearbeitet, der, nach erfolgter Bestätigung durch den Staatssekretär, den finanziellen Schwierigkeiten von Tel-Aviv ein Ende machen wird. Die Grundzüge des Planes gehen dahin, dass die Regierung ihre Forderungen gegen Tel-Aviv in Höhe von f 74 000 und die Zionistische Palästina-Exekutive ihre Forderung in Höhe von £ 30 000 sti eichen sollen, dass die schwebende Schuld mit etwa 6 Prozent konsolidiert werden und die ganze Verschuldung Tel-Avivs in zehn Jahren zum Verschwinden gebracht werden solle. Die Exekutive fand die junge Industrie Palästinas in einer sehr schwierigen Lage vor, die teilweise das Ergebnis ihrer eigenen Fehler war, in der Hauptsache aber der Tatsache zuzuschreiben war, dass die Regierung die Wichtigkeit der industriellen Entwicklung und die ihr obliegende Pflicht zu- Förderung dieser Entwicklung nicht verstand. Die Palästinaexekutive machte es sich zur Aufgabe, die Regierung davon zu überzeugen, dass die Industrie in Palästina eine reale Zukunft habe, die jedoch nur durch eine umfassende und gros»zügige Tarifpolitik gewährleistet werden könne. Die Spezialfrage der Zollbeziehungen mit Syrien wurde in einer für die palästinensische Industrie befriedigenden Weise gelöst. Der palästinensische Zolltarif wurde in der Richtung auf Schutz und Entwicklung der palästinensischen Industrie reformiert. Es ist der Palästinaexekutive noch nicht gelungen, die Regierung davon zu überzeugen, dass Industrie und Handel in dem Tariff Board vertreten sein müssten, aber dieser Board empfängt gern derartige Vertreter und sympathisiert mit ihren Forderungen, und der Leiter des betreffenden Departements der Palästinaexekutive ist mit der Regierung in engem und ständigem Kontakt wegen dieser Angelegenheiten. Es hat sich Kritik dagegen erhoben, dass das Budget für Handel und Industrie sehr herabgesetzt worden ist. Aber es war in den letzten Jahren hauptsächlich deshalb so angeschwollen, weil es die verschiedensten Arten von Krediten und sonstigen Ausgaben umfasste, die die. Erfahrung als ungerechtfertigt erwiesen hat. Anderseits stand der Beamte dieses Departements den industriellen und kommerziellen Kreisen zur Verfügung und fungierte häufig als Verbindungsoffizier zwischen diesen Kreisen und der Regierung. In bezug auf industrielle Kredite hat die