Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 332)
- Language
- German, English, Hebrew
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194 8. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte Und noch eins. Schon seinerzeit wurde auf dem Kongress beschlossen, ein Einwanderungsamt in Aden zu eröffnen. Dieses wurde aber nicht eröffnet. Vor drei, vier Monaten hat uns die Exekutive mitgeteilt, dass sie es für nötig hält, das Einwanderungsamt in Aden zu eröffnen. Wenn nun die Jemenitische Organisation die Leitung dieses Amtes übernehmen wird, ist die Exekutive bereit, ihr 40 Pfund pro Jahr für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Sie können sich vorstellen, was man mit einem solchen Betrag machen kann. Ich möchte nun fragen, warum es in allen Städten Europas solche Einwanderungsämter gibt, während Jemen mit seinen 70- oder 80 000 Juden, die nach ihrem Heimatland zurückkehren wollen, kein Einwanderungsamt erhält? (Beifall.) Auch in bezug auf die Kolonisation wurde für die Jemeniten nichts unternommen. Wenn man den Bericht der Exekutive studiert, so findet man, dass sie keinen einzigen Pfennig für die Interessen der Jemeniten hergegeben hat. Werden denn die Gelder, die aus Europa kommen, nur für die Aschkenasim in Erez Israel hergegeben? So denkt augenscheinlich die Palästinaexekutive. Unsere Forderungen an den XVI. Kongress sind folgende: 1. Baldige Eröffnung eines Einwanderungsamtes in Aden. 2. Beschaffung von Zertifikaten für alle Waisen, die nach Erez Israel einwandern wollen, wobei wir bereit sind, die nötigen Verpflichtungen zu beschaffen. 3. Es sollen Verhandlungen mit der palästinensischen Regierung und vielleicht auch mit dem Colonial Office in London darüber eingeleitet werden, dass die Einwanderung der Jemeniten erleichtert werde, die als Flüchtlinge zu betrachten sind. 4. Konsolidierung der jemenitischen Siedlungen, so wie es in bezug auf die Arbeitersiedlungen in Erez Israel geschieht. 5. Der Keren Kajemeth hat im letzten Jahre für zwei jemenitische Siedlungen einige hundert Dunam neu erworben. Der XVI. Kongress sollte den Keren Kajemeth verpflichten, Böden für alle Jemeniten zu besorgen, die sich im Lande seit 18—20 Jahren befinden. Es gibt in Erez Israel mehrere solcher Jemeniten, die bis zum heutigen Tage noch keinen einzigen Dunam Boden bekommen haben, während die andern Einwanderungsgruppen vom Keren Kajemeth Hunderte von Dunam bekommen haben. Ich möchte nur, dass die weitern Delegierten, die hier sprechen werden, der Exekutive erklären, dass sie nicht berechtigt ist, die Kongressbeschlüsse in bezug auf die Jemeniten aufzuheben. Sie hat sie wenigstens in der Form durchzuführen, wie sie die Beschlüsse in bezug auf andere Gruppen durchführt. Es muss ein Weg gefunden werden, eine Exekutive zu wählen, die versteht, das Werk in Erez Israel zu leiten. (Beifall.)