Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 331)
- Language
- German, English, Hebrew
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!93 Achte Sitzung. Donnerstag, den 1. August 1929. Beginn der Sitzung: 10 Uhr. Vorsitz: Vizepräsident Motzkm. Del. Secharja Gluska (Erez Israel, Jemenitische Vereinigung — spricht hebräisch): Vor allem möchte ich gegen das Verhalten des Präsidiums zu den jemenitischen Delegierten protestieren. Immer, wenn ein Delegierter der Jemeniten aus Erez Israel herkommt, um über die schwere Lage der Juden im Jemen zu berichten, wird er durch das Präsidium gezwungen, vor einem leeren Saal zu sprechen. Ich hoffe aber, dass die Delegierten meine Worte lesen werden. Dies ist schon der dritte Kongress, auf dem sich eine Vertreterschaft der Jemeniten befindet. Vom Kongress werden zwar Beschlüsse gefasst, die gewissermassen die Interessen der Jemeniten wahren. Die Palästinaexekutive führt aber diese Beschlüsse nicht aus. Ich weiss, dass nicht alle Beschlüsse zu 100 Prozent ausgeführt werden können. Sie können aber doch bis zu 60 oder 80 Prozent ausgeführt werden. In bezug auf die Jemeniten wurde aber nichts getan. Auf dem letzten Kongress wurde eine neue Exekutive gewählt, und wir glaubten, sie würde sich für die Jemeniten einsetzen. Aber bei dieser Exekutive ist es den Jemeniten noch schlimmer ergangen als früher. Es sind Fälle vorgekommen, dass man Prozesse gegen Jemeniten eingeleitet hat, die eine Summe von sechs od2r sieben Pfund schuldeten, welche ihnen als Anleihe zur Ansiedlung gewährt wurden. In dem Hafen Jemens warten nun Hunderte von Familien, Hunderte von Waisen auf eine Reisemöglichkeit nach Erez Israel. Sie kommen aus dem Innern des Landes, von wo sie den verschiedenen Verfolgungen entflohen sind. Die Exekutive hat aber nichts getan, um ihnen die Einwanderung zu ermöglichen. Erst vor einem Monat kam die Nachricht, dass im Hafen 80 Waisen auf die Einreiseerlaubnis nach Palästina warten. Wir erklärten der Palästina-Exekutive, wir seien bereit, Verpflichtungen von 80 Familien zu beschaffen, die diese Kinder in Erez Israel unterbringen. Unsere Forderung blieb aber unberücksichtigt.