Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 328)
- Language
- German, English, Hebrew
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190 7. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte land direkt oder indirekt einwirkt, so hätte ich das als grosse Leistung bezeichnet. Aber wenn jemand Sie an Henderson schickt — und wir wissen schon, auf welcher Grundlage Henderson verhandeln wird —, lieber Herrgott, das war doch kein Grund, eine so lange Reise zu unternehmen (Heiterkeit), nämlich nur deswegen. Ja, wir werden Resolutionen fassen, und wir meinen es auch ernst, wir wissen aber, dass unsere Macht nicht dazu ausreicht, dort irgendwie Abhilfe zu schaffen. Ich spreche gar nicht davon, dass viele unserer russischen Freunde uns raten, unsere Proklamationen einzustellen. Darum sollte Dr. Wise nicht sagen: ja wir müssen immer eintreten, wenn die Exekutive nichts tut. Hat sich Herr Dr. Wise vergewissert, dass die Exekutive nichts tut, bevor er seine Schritte bei der englischen Regierung unternommen hat? Er hat mir das Vergnügen gemacht und gesagt: wenn ich in London gewesen wäre, so wäre er mit mir zur englischen Regierung gegangen. Nun war ich nicht in London, aber es war doch eine Exekutive in London, es war eine Exekutive, die genau so verantwortlich ist wie ich, die die Geschäfte mit grosser Mühe geführt hat, die Exekutive, die doch vom Kongress gewählt wurde. Man hätte sie doch fragen sollen. Ich will noch auf eine Tatsache hinweisen. Es ist Ihnen, den Herren von der Opposition, und ich gehörte auch einmal zur Oppostion, leichter als uns, da wir nicht alles beantworten können. Ich werde Ihnen ein Beispiel geben. Vor einem oder zwei Jahren hat ein Herr, Dr. Wise oder irgend ein anderes Mitglied der amerikanischen Opposition, Reden gehalten und Artikel geschrieben über die Novomejski-Konzession, das heisst darüber, dass man die Konzession noch nicht erteilt hat. Er hat gedroht, dass, wenn das nicht geschieht, man die Hilfe der amerikanischen Regierung anrufen werde. Ich spreche schon nicht über den Takt und die Taktik, eine Regierung gegen die andere auszuspielen, und wenn ich schlechte Witze machen wollte, würde ich sagen, wie jener Melamed es gesagt hat: Wenn zwei Könige sich zanken, sollst du dich nicht einmischen. Ich habe aber nicht die Stimmung, es zu sagen. Und die Herren haben nicht gewusst, dass, als sie dies getan haben, die Hauptschwierigkeit in bezug auf die Erteilung der Konzession gerade aus Amerika kam. Und wenn ich Ihnen hier die ganze Geschichte von der Toten Meer-Konzession erzählen würde, so wäre es sehr interessant. Es wäre auch sehr lang. Aber es hätte ein Licht geworfen, nicht auf unsere grosse Geschicklichkeit, sondern auf unsere ungeheuren Sorgen und Schwierigkeiten. Wir können dies aber nicht einmal tun, denn wenn, ich in einer Rede vor einem Jahre gesagt hätte, wir haben die Konzession bekommen, dann erhebt sich ein Antizionist im englischen Oberhaus und macht der Regierung Schwierigkeiten, indem er meine Rede zitiert. Und da ich durch meine Rede keine Schwierigkeiten machen wollte, soweit es mit dem Interesse des Zionismus harmoniert, so muss man sich über verschiedene Dinge ausschweigen und über sich einen Redeschwall ergehen lassen.