Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 290)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476286--7302-3483450- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
152 Sechste Sitzung. Dienstag, den 30. Juli, abends. Beginn der Sitzung: 8 Uhr 35 Min. Vorsitz: Vizepräsident Motzkin. Del. Dr. Ignaz Schwarzbart (Westgalizien — spr. jüdisch): Ich habe die Ehre, das Wort zu ergreifen im Namen der westgalizischen und schlesischen Landsmannschaft. Die polnische Organisation ist in drei Teile zerteilt, vielleicht erscheinen wir aber diesmal zum letzten Male in besonderen Landsmannschaften. Ich will hoffen, dass die polnischen Organisationen sich bis zum nächsten Kongress vereinigen werden. In der heutigen Diskussion, die auf einer hohen Stufe'Steht, wie auch in der gestrigen wurde starke Kritik gegen die Exekutive geübt. Meine Landsmannschaft steht nicht auf einem dogmatischen Standpunkt. Sie hält es für ihre Pflicht, die Exekutive so zu kritisieren, wie sie kritisiert werden möchte, wenn sie an ihrer Stelle stünde. Ich glaube, dass es Pflicht einer jeden Opposition ist, obzwar ich zur Opposition nicht gehöre, Kritik, auch am zionistischen Kongress, von einem patriotischen zionistischen Standpunkt, von dem Standpunkt der zionistischen Bürgerschaft in der gemeinsamen Organisation zu üben. Jede Kritik soll auch die Verdienste der Exekutive hervorheben. Einige Redner, die eine freundliche Stellung gegenüber der Exekutive einnehmen, sind besonders auf die Frage der Jewish Agency eingegangen. Ich halte es für meine Pflicht, gewisse andere Angelegenheiten zu unterstreichen, die wir als Verdienste der Exekutive betrachten müssen. Die jetzige Exekutive hat im Laufe von zwei Jahren den Weg zu den einzelnen Landsmannschaften und den einzelnen Organisationen gefunden. Ich muss unterstreichen, dass die gegenwärtige Exekutive zum erstenmal trotz schweren Bedingungen es für notwendig gefunden hat, ihre Vertreter zu den einzelnen Landsmannschaften zu entsenden. Ich brauche nicht hervorzuheben, was für eine Bedeutung der persönliche Kontakt zwischen Vertretern der Exekutive und den einzelnen Landsmannschaften hat. Ich muss weiter unterstreichen, dass die Exekutive sich zum erstenmal eingehender und besser mit der Frage der Jugend befasst hat, obzwar es ihr nur gelungen ist, die Jugendpresse-Revue zu gründen. Aber schon der Anfang ist als Verdienst der Exekutive zu betrachten, da es den Jugendorganisationen