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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 142

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 142 (sequence 280)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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142 5. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte einer Organisation nicht zu verwechseln. Eine Organisation hat immer der Verantwortung bewusst zu sein. Es wäre ein Mangel an Vertrauen zur wirklichen menschlichen Initiative, wenn man möchte, dass die Organisation, die Beschlüsse zu fassen hat, diesen kühnen Drang dem stürmenden Volke abnimmt. Dreihundert Menschen können keine kühnen Beschlüsse fassen, das geht nicht. Die Organisation muss immer regelnd eingreifen gegenüber dem Mut und der Kühnheit, der den Mitgliedern der Organisation zukommt. Es gibt keine Antithese zwischen zionistischer Leidenschaft und geordnetem System unserer Arbeit. Ich glaube, dass der Wirtschaftsegoismus der einzelnen begleitet sein muss von der sorgsamen Ueberlegung der Organisation. Und das sage ich in diesem Augenblick, wo wir, die wir die Verantwortung tragen für die vor zwei Jahren gewählte Exekutive, heute dafür eintreten, dass angesichts der Neugestaltung unserer Verhältnisse eine Koalition ins Leben gerufen werde. Denn wir glauben, dass in den Prinzipien dieses Teils der Wirtschaft kein Unterschied zwischen irgend welchen Exekutiven sein darf. Und wir glauben, dass wir die Zustimmung aller zu diesem Prinzip bekommen werden. Eine Koalition kann ins Leben treten, wenn man sich auf ein wirklich gemeinsames Aktionsprogramm einigt. Und Koalition heisst dann, dass man nicht gleichzeitig zionistische Exekutive und Opposition sein kann. Wenn eine Gruppe in der Exekutive vertreten ist, so hat sie die Gesamtverantwortung für ein Gesamtprogramm zu tragen. Und es kann nicht der Fall eintreten, dass einige Mitglieder einer Exekutive Verabredungen gegen andere Mitglieder machen. Deshalb kann man auch nur mit Loyalität die Geeignetsten wählen, welche diese verpflichtende Einheit anerkennen. Und diesen Weg muss man gehen. Man darf nicht zugeben, dass irgend ein Mitglied der Zionistischen Organisation wegen seiner Zugehörigkeit zu einer Gruppe ungeeignet ist, Mitglied einer zionistischen Exekutive zu sein. Wenn wir an die Arbeit der letzten Jahre denken, so glauben wir, dass das System der zionistischen Politik richtig war und fortgesetzt werden soll, was nicht bedeutet, dass wir auch alle Massnahmen für richtig halten. Diese beiden Dinge muss man wohl auseinanderhalten. Es wird vielleicht nötig sein, hier gegen die Rede unseres Gesinnungsgenossen Jabotinsky aufzutreten, der Einzelheiten der Arbeit angriff und das System der Politik zugleich ablehnte. Ich weiss nicht, wie weit diese Auseinandersetzung notwendig ist. Aber ich möchte für die Oeffentlichkeit doch folgendes bemerken: es gab nach der Rede von Jabotinsky einen starken Beifall. Aber es war der Beifall unserer verehrten Zuhörer. Im Saale klatschten die politischen Anhänger Jabotinskys, und es soll nicht nach aussen hin ein anderer Eindruck erweckt werden. Es handelt sich um einen grossen Erfolg des Redners Jabotinsky und um keinen Erfolg des Politikers. (Beifall.)

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