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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 120

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 120 (sequence 258)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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120 4. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte übergeben. Das Provisorium: der XIV. Kongress hat dabei wirklich ehrlich gehandelt. Er beschloss das Experiment zuerst nur für drei Jahre zu machen. Auch daraus ist nichts geworden. Zwar hat man von der Regierung einen Brief erhalten, aber ich empfehle der politischen Kommission, ihn gründlich durchzustudieren, weil er — das Gefährlichste ist, was wir bis jetzt politisch erlebt haben. Er sagt: Wenn die Agency zusammenbricht, dann — dann wird die Regierung zuerst prüfen, ob die Zionistische Organisation nach der Meinung der Mandatarmacht noch immer „satisfactory" ist. Und in welchem Moment wird diese Prüfung kommen? Gerade in jenem Moment, wo die Zionisten solche radikalen Forderungen an die britische Regierung stellen werden, dass die Nichtzionisten die Agency verlassen — gerade in jenem Moment wird die britische Regierung uns „prüfen'*. Aber sogar diese gefährliche Novelle hat schon keine Bedeutung mehr: man kann die Ehe überhaupt nicht mehr scheiden. Früher glaubten wir, dass der zionistische Kongress das Recht behalten werde, den Vertrag zu kündigen. Nein, jetzt wird eine Zweidrittel-Majorität verlangt. Ohne Zustimmung der Nichtzionisten können wir also nicht mehr hinaus, sogar wenn der ganze Kongress einstimmig die gemischte Agency als eine schlechte, den Zionismus untergrabende Sache anerkennen sollte. So führt man bei uns das Geschäft der Nation. (A rlosoroff: Wie kann aus der Agency eine antizionistische Sache werden?) Eine antizionistische Sache ist eine Institution, die vor einer schlechten Lage in Palästina steht und diese Lage durch eine politische Aktion retten kann — und die Durchführung dieser Aktion verweigert. Das ist eine antizionistische Institution. (Beifall. Zwischenruf Mereminski: Ihre 5 Prozent nationales Kapital sind mehr antizionistisch.) Meine Damen und Herren! Noch ein Wort. Ich schäme mich beinahe, es auszusprechen, so unpopulär ist es geworden. Der XIV. Kongress hat noch eine Garantie verlangt. Demokratie! Die Demokratie mag gut oder schlecht sein. (M e r e m i n s k i. Jabotinsky und Demokratie! Berl Locker: Es wäre interessant, zu erfahren, ist Demokratie gut oder schlecht?) Was ich von der Demokratie denke, werde ich den Herren sofort erzählen. Ich glaube, obwohl der Wert der Demokratie in Ru sland und Italien und in vielen anderen Ländern jetzt bestritten wird, für uns Juden ist die Demokratie das einzige Appellationsgericht. Passt uns eine Leitung nicht, können wir uns an die Volksmassen wenden und eine andere wählen. Daher hat der XVI. Kongress demokratische Wahlen auch für den nichtzionistischen Teil der Agency verlangt. „Nach Möglichkeit'* sollten demokratische Wahlen durchgeführt werden! Es ist interessant, meine Damen und Herren, dass in dieser Konstitution überhaupt nichts über den Wahlmodus steht. Es wird nicht einmal erwähnt, dass der Council der Apency das Recht hat, den Wahlmodus zu bestimmen. Der WaMmodus der Nichtzionisten bleibt überhaupt in der Luft; wie die Herren es wollen werden. Auf legalem Wege einwirken kann man nicht.

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