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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 80

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 80 (sequence 218)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7230-3483378
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80 3. KONGRESS-SITZUNG: Referat über die Aufgaben der Zionistischen Organisation gangen, und wir haben uns auch gegen die Juden vergangen, die in den Ländern des englischen Sprachgebietes wohnen. Heute früh hat Herr Dr. Ruppin erklärt, dass fünf Millionen Juden in den Ländern des englischen Sprachgebietes wohnen, und diese fünf Millionen Juden — ich werde nicht behaupten, dass sie klüger sind — sind bemittelter und haben mehr Möglichkeiten, für Palästina zu arbeiten. Diese Juden hat man in bezug auf zionistische Propaganda fast ganz vernachlässigt. Wir schlagen daher vor, dass man in dem neuen Propaganda-Departement vier Propagandatypen in Betracht nimmt: erstens für Juden, die in Ländern leben, wo man Jüdisch oder Hebräisch sprechen kann, zweitens Mitteleuropa, wo man Deutsch spricht und wo Juden mit deutscher Psychologie leben, drittens die Länder des britischen Imperiums und Amerika, viertens die Sefardim. Jetzt komme ich zu der zweiten Frage, der der hebräischen Sprache. Ich spreche nicht aber das Problem von Tarbuth, da das Aktionskomitee beschlossen hat, auf diesem Kongress einen speziellen Bericht zu hören, den, wie ich glaube, Herr Grünbaum erstatten wird. Die Exekutive wird selbstverständlich ihre Meinung über die verschiedenen Vorschläge, die erstattet werden, äussern. Ich spreche nicht über die hebräischen Tagesschulen in solchen Ländern, in denen man die Kinder im hebräischen Geiste erziehen kann, sondern von Hebräisch als einem Teil der zionistischen Propaganda. Wir haben das sehr stark vernachlässigt. Man schreibt in der hebräischen Presse sehr viel darüber, dass wenig Hebräisch gelesen wird. Ich glaube, dass gerade heute viel mehr Juden vorhanden sind als vor dreissig Jahren, die Hebräisch verstehen und lesen können. (Lebhafter Beifall.) Als nach dem Kriege in London die erste internationale zionistische Konferenz tagte, habe ich eine Resolution vorgeschlagen, dass beim A. C. und am Kongress das Hebräischsprechen Zwang sein soll. (Beifall.) Sie haben sicher nichts von diesem Vorschlag gehört, weil er so absurd war, dass er gar nicht ins Plenum gekommen ist. Und nun frage ich mich heute, wenn ich den Kongress sehe und weiss, dass hier siebzig oder achtzig Delegierte der englischsprechenden Länder sind, ob mehr Delegierte da sind, die nicht Hebräisch verstehen, als solche, die nicht Deutsch verstehen. Ueberhaupt war das immer eines der Probleme der englischsprechenden Delegierten des Kongresses; wir sind stumm, wir können nicht Englisch sprechen, und wenn wir wollen, lässt man uns nicht. Nur Sacher und Stephen Wise haben ein Privilegium. (Heiterkeit.) Oftmals sind wir auch taub, denn wir können nicht immer die tiefen deutschen Reden verstehen, die hier gehalten werden. (Heiterkeit und Beifall.) Wenn es richtig ist, Menschen dazu zu verurteilen, stumm und taub zu sein, ist es nicht richtiger, sie deshalb zu verurteilen, weil sie nicht Hebräisch können, als deshalb weil sie nicht Deutsch können? (Lebhafter Beifall.) Ich will jetzt nicht mit einem neuen Vorschlag kommen, Hebräisch zur Kongress-Sprache zu machen, weil wir jetzt bei der praktischen Arbeit halten und jeder will, dass alle uns verstehen sollen. Aber wir Zionisten

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